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    Friedhofskultur im Kreis: Letzte Ruhe im Wald bald möglich

    Binningen/Valwig. Die Anfragen häufen sich, auch mit dem dezenten Hinweis, dass man wohl nicht mehr viel Zeit auf Erden haben werde – und „sein“ Grabfeld zu buchen wünsche. Diesen Wünschen hoffen Günter Urwer und Klaus Zucchet bald entsprechen zu dürfen, derzeit bereiten die beiden Ortsbürgermeister von Binningen und Valwig die Genehmigungsunterlagen für einen Ruheforst vor. Beide sind optimistisch, dass in diesem Jahr der neuartige Waldfriedhof im Binninger beziehungsweise Valwiger Forst angelegt und belegt werden kann. Es wären die beiden ersten Ruhestätten dieser Art im Kreis Cochem-Zell.

    In dieser Gasse sollen sie zu liegen kommen, die Grauwacken. Binningens Ortsbürgermeister Günter Urwer hofft, dass die Eifelgemeinde die nächsten Hürden auf dem Weg zur Genehmigung überspringt. Dann könnte in diesem Jahr eventuell die erste Beerdigung vonstattengehen.
    In dieser Gasse sollen sie zu liegen kommen, die Grauwacken. Binningens Ortsbürgermeister Günter Urwer hofft, dass die Eifelgemeinde die nächsten Hürden auf dem Weg zur Genehmigung überspringt. Dann könnte in diesem Jahr eventuell die erste Beerdigung vonstattengehen.
    Foto: Thomas Brost

    Binningen wartet mit einem Novum auf, dass es laut Urwer so noch nirgendwo gibt: eine Grauwackenbeerdigung. Links und rechts einer etwa vier Meter breiten Gasse werden Natursteine aus der Eifelregion gesetzt, etwa 20 Grauwacken pro Gasse. Gleich neben ihnen darf man sich bestatten lassen. Eine Satzung wird aufgestellt, in der neben den Preisen auch geregelt sein wird, wie viele Urnen pro Stein in den Boden eingebracht werden dürfen. „Das kann man dem Betrieb anpassen, es wird nicht bindend auf immer und ewig sein“, erklärt der Ortsbürgermeister. Ihm und dem Gemeinderat geht es darum, dass der sechs bis sieben Hektar große Gemeindewald einen würdigen Bestattungsort darstellen wird. Eine erste Gasse ist bereits geschoben worden. Urwer betont, dass das Begehen für Rollatorfahrer kein Problem sein wird. Um in den Ruheforst nahe dem Sportplatz zu gelangen, überquert man einen Holzsteg, der noch angelegt wird.

    Erarbeitet hat man einen Plan, auf dem eine mögliche Belegung eingetragen ist. Wichtig ist, dass der Wald seinen natürlichen Charakter behält. „Das wollen wir mit einer Naturverjüngung erreichen“, betont Urwer. Die Gemeinde erwartet die Ergebnisse einer naturschutzfachlichen Expertise der Kreisverwaltung. Liegt sie vor, kann das Projekt in Angriff genommen werden.

    Dieser Tage hat auch die Arbeitsgruppe des Gemeinderates Valwig ein Konzept erarbeitet, das dem Kreis als Genehmigungsbehörde vorgelegt wird. Das Resultat des Fachbeitrages Naturschutz wird in Kürze da sein, sodass Ortschef Zucchet davon ausgeht, dass „wir im ersten Halbjahr noch mit der Genehmigung rechnen dürfen“. Vorgesehen ist ein Gelände zwischen Schutzhütte auf dem Valwigerberg und einem Wanderweg. Im Unterschied zu Binningen wird an Bäumen bestattet. Für einen Verstorbenen wird es eine Alu-Plakette mit Namen geben, acht Felder je Gemeinschaftsbaum könnten belegt werden. Im Vorfeld dazu muss ein Baumkataster erstellt, muss ebenfalls aus Gründen der Verkehrssicherheit Totholz entfernt werden. Auch in Valwig sind Anfragen bereits eingegangen. So hat Klaus Zucchet aus einer Nachbargemeinde ein Schreiben eines Mannes erhalten. Zucchet: „Er hätte gerne konkrete Informationen und kann es kaum erwarten, dass unser Friedhof in Betrieb geht.“

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Weiterleben im Kreislauf der Natur

    Nomadenvölker mit Naturreligionen haben seit jeher ihre Toten im Wald beigesetzt. Im Zeitalter der Romantik (1798–1835) haben sich Forstleute und Gutsbesitzer in ihren Wäldern beisetzen lassen. Unter dem markenrechtlich geschützten Namen Friedwald wurde 1993 erstmals eine Aschebeisetzung im Wurzelbereich von Waldbäumen praktiziert.

    Diese Art der Beisetzung symbolisiert das Weiterleben durch die Rückkehr in den Kreislauf der Natur. Seit dem Jahr 2001 gibt es in Deutschland verschiedene Unternehmen, die ebenfalls ihre Namen und Logos als Marke schützen lassen, und Waldbesitzer, die Naturbestattungen an etwa 160 Standorten anbieten. bme

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    Nina Borowski

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