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  • Geheime Uran-Transporte an der Mosel?

    Mosel. Mehrmals im Monat fahren offenbar Güterzüge mit radioaktivem Uran an der Mosel entlang Richtung Frankreich. Die Katastrophenschutzbehörde der Kreisverwaltung Cochem-Zell ist über diese Urantransporte nicht informiert, wohl aber die zuständigen Erstalarmierungsstellen der betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte. Dies teilte der Kreis der RZ mit, womit er quasi indirekt diese Transporte bestätigt.

    Foto: fotolia

    Es waren Pressemeldungen, die für Aufsehen sorgten. Nach Recherchen des "Trierischen Volksfreundes" gibt es schon seit Längerem diese regelmäßigen Urantransporte von Hamburg aus über Köln, Bonn, Koblenz, Cochem, Wittlich und Trier in Richtung Saarbrücken. Ziel ist die Uranaufbereitungsanlage im südfranzösischen Narbonne. In den Medien ist dabei von zwei bis fünf Transporten im Monat die Rede.

    Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel von den Linken, der dem Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit angehört, teilte im Juli mit, dass seit Anfang 2012 bis Ende Mai 2014 bundesweit 988 Atomtransporte mit angereichertem Uran über Straße, Schienen und Häfen stattgefunden hätten, wobei die Routen geheim gehalten würden. In diesem Zeitraum hätte es 186 Atomtransporte von und nach Gronau gegeben.

    Bereits vor einigen Jahren hatten Anti-Atomkraft-Initiativen aus ganz Deutschland und aus Frankreich bei einem Treffen in Trier einen Stopp dieser Urantransporte verlangt, weil sie ein zu großes Gefahrenpotenzial bergen würden. Nach Angaben der Anti-Atomkraft-Initiativen ist dieses Material nicht nur radioaktiv, wenn es mit Luft in Kontakt käme, würde es zu einer giftigen und ätzenden Verbindung reagieren.

    Schon 2007 forderten daher die Initiativen ein Streckenbeobachtungssystem zwischen Südfrankreich und der Urananreicherungsanlage Gronau im Münsterland, ebenso sollten die Kommunen entlang der Bahnstrecke zu einer Veröffentlichung der geheimen Transporttermine gedrängt werden. Wie der Kreis Cochem-Zell allerdings mitteilt, ist dessen Katastrophenschutzbehörde nicht über diese Transporte informiert, sondern die Erstalarmierungsstellen. Dies wäre für den Kreis die Rettungsleitstelle Koblenz. "Bei einem entsprechenden Ereignis könnten somit die Erstalarmierungsstellen die zu alarmierenden Feuerwehren auf die Gefahr hinweisen, die dann entsprechende Maßnahmen für den Einsatz in die Wege leiten können", so die Kreisverwaltung in einer Stellungnahme gegenüber der RZ. Nach Recherchen des "Trierischen Volksfreundes" ist auch die Bundespolizei über die Transporte informiert.

    2008 war es übrigens zu einem Zwischenfall mit einem Transportzug gekommen. Im französischen Apach an der Mosel, unweit von Perl, wurde ein Transport aus Hamburg gestoppt, weil er überladen war. Luxemburg seinerseits hat diese Transporte verboten, weil sie zu gefährlich sind. Das Großherzogtum erteilt dafür weder für die Straße noch für die Schiene eine Genehmigung. dj

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