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  • Bundesbunker: Cochemer "Fort Knox" hat einen neuen Besitzer

    Cochem. Die kurioseste Immobilie in Cochem hat einen neuen Besitzer. Der Treis-Kardener Busunternehmer Manfred Reuter hat das Anwesen in der Brauselaystraße 5 im Stadtteil Cond gekauft.

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Hinter der Adresse verstecken sich aber nicht nur zwei stattliche, miteinander verbundene Wohnhäuser auf einem 8700 Quadratmeter großen Grundstück, sondern auch ein riesiges unterirdisches Bunker- und Tresorsystem, das die Deutsche Bundesbank zu Beginn der 60er-Jahre bauen ließ, um darin 15 Milliarden Mark an Ersatzwährung für den Krisenfall zu lagern. Nur wenige hatten bislang die Möglichkeit, dieses Relikt des Kalten Krieges zu besichtigen. Manfred Reuter will das ändern - schon bald: "Ziel ist es, an Ostern mit den Besichtigungen zu starten. Wir befinden uns aktuell in einer heißen Planungsphase und hoffen, dass es klappt", sagt er.

    In Verhandlungen mit dem vorigen Besitzer, der Promota Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH in Hamm, war Reuter schon lange. "Seit 2009 habe ich immer wieder nachgefragt - bei wechselnden Entscheidungsträgern", so der Unternehmer. Jetzt hat er einen Erfolg erzielt. Über den Kaufpreis will Reuter zwar nicht sprechen, er bestätigt aber, dass dieser unter den zwischenzeitlich geforderten 500 000 Euro lag.

    Seine Beweggründe für die Investition erklärt Reuter so: "Ich bin ja nicht nur Geschäftsmann, sondern auch immer auf der Suche nach dem Besonderen. Und es hat mich interessiert, den Bunker als deutsches Fort Knox vielen historisch interessierten Menschen zugänglich zu machen. Denn dieser ist aufgrund seiner Geschichte einfach etwas Einmaliges."

    Reuters Planungen umfassen dabei nicht nur den Bunker, sondern auch die Häuser, von denen er sich vorstellen kann, sie als "Eventlocation" für Firmen und Gruppen zu nutzen - natürlich in Verbindung mit dem Bunker. "Die Bunkeranlage mit ihren Tarnwohnhäusern ist Denkmal und Zeitdokument aus einer vergangenen und geheimen Welt. Dieses kann man zukünftig bei einer Führung durch diese immense unterirdische Festung hautnah erleben und sich vielleicht auch fühlen wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher", schwärmt Reuter. Unabdingbare Voraussetzung dafür sei es aber, die Atmosphäre und das Flair des Bunkers authentisch zu erhalten.

    Manfred Reuter
    Manfred Reuter
    Foto: Volker Schmidt

    Dazu wird Reuter allerdings auch gezwungen sein, denn der riesige Komplex - allein der Bunker umfasst 1500 Quadratmeter - steht seit 2011 unter Denkmalschutz. Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde hat Reuter schon geführt - ebenso mit Stadt und Tourismusbehörde. Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz freut die jüngste Entwicklung, denn lange Zeit war nicht klar, was mit dem Bunker passieren wird. "Es ist toll, dass jemand investiert", sagt er. "Das ist ein wichtiges zeitgeschichtliches Denkmal der Stadt."

    Reuter habe erklärt, dass er bald mit detaillierten Plänen zu ihm kommen wolle. Die Stadt sei bereit, ihm Hilfestellung zu geben - zum Beispiel bei weiteren Gesprächen mit der Denkmalschutzbehörde. Lambertz ist davon überzeugt, dass der Bunker das Zeug zum Touristenmagneten hat: "Das Potenzial ist auf jeden Fall da." Das sieht auch Harald Bacher, der Geschäftsführer des Ferienlandes Cochem, ähnlich.

    Er glaubt, dass man nicht nur das ohnehin hohe Touristenaufkommen nutzen kann: "Da sind durchaus Konzepte touristisch-pädagogischer Art, die sich öffnen", sagt er mit Blick auf mögliche Schülergruppen. Einen Testlauf habe man schon im Oktober 2010 absolviert. Damals fanden an einem Wochenende - bislang einmalig - Führungen statt, zu denen auch viele Besucher aus dem Ausland angereist seien. "Das ist ausbaufähig."

    2010 federführend an der Vorbereitung der Führungen beteiligt war Jörg Diester vom Verein Bunker-Dokumentationsstätten, der sich ebenfalls um den Bunker bemüht hatte. Enttäuscht ist er aber nicht, dass es schließlich nicht nach seinen Vorstellungen gelaufen ist. Vielmehr ist er froh, dass Bewegung in die Sache gekommen ist, und bietet Manfred Reuter sogar seine Hilfe an. "Ich bin der fachliche Hintergrund. Wenn er darauf zurückgreifen will, wird er die Hilfe auch bekommen." Den von Reuter anvisierten Öffnungstermin an Ostern sieht er nicht als Problem an. "Die Vorarbeiten, ein Museum einzurichten, sind gemacht", sagt er. Trotzdem liegt vor Manfred Reuter und seinem Team noch eine Menge Arbeit.

    Ein Problem ist neben diversen Instandsetzungsarbeiten zum Beispiel die Anbindung. In dem Wohngebiet, in dem der Bunker liegt, stehen kaum Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Reuter schwebt daher ein Buspendelverkehr vom Endertplatz aus vor. Aber das sollte für einen Busunternehmer ja das geringste Problem sein.

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