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  • Mayen/PellenzSoko klärt Strohballenbrandserie auf: 19-Jährige gestehen

    Die Ermittler der Kriminalinspektion (KI) Mayen haben die Strohballenbrandserie aufgeklärt. Die extra gegründete Sonderkommission (Soko) "Strohfeuer" hatte genug Beweise gegen zwei 19-Jährige aus dem Raum Andernach/Pellenz gesammelt, um diese am Freitagmorgen festzunehmen, teilte die KI am Mittag mit.

    Foto: Andreas Walz

    Von unserer Redakteurin 
Yvonne Stock

    Die jungen Männer gestanden nicht nur, mehr als 20-mal Strohballen angezündet zu haben, sondern auch für die Fahrzeugbrände in Weißenthurm und den Busbrand in Mendig verantwortlich zu sein.

    Die beiden sitzen nach einer entsprechenden Unterschrift der Ermittlungsrichterin in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz mit. Die KI ermittelt auch noch wegen weiterer Straftaten gegen die 19-Jährigen.

    Nach RZ-Informationen handelt es sich bei dem einen jungen Mann um ein ehemaliges Feuerwehrmitglied aus der Pellenz, der auch im Zusammenhang stehen soll mit dem Einbruch in das Nickenicher Feuerwehrhaus im August diesen Jahres. Damals ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen einen 19-Jährigen wegen des Verdachts auf eben jenen besonders schweren Diebstahl, aber auch noch gegen einen 32-Jährigen, ebenfalls aus dem dem Landkreis MYK, wegen des Verdachts der Hehlerei.

    Jetzt hatten sich die Akten von rund 20 Bränden seit dem 12. September, unter anderem die beiden in Kretz, der bei Kruft, der in Miesenheim und die zwei in Thür, auf dem Schreibtisch des Leiters der Soko, Kriminalhauptkommissar Stefan Linder, gestapelt. Die Männer schlugen vor allem nachts zwischen 24 und 4 Uhr zu. Die Pellenz und das Brohltal bildeten die räumlichen Schwerpunkte der Serie. Es brannten allerdings auch Strohballen auf der anderen Rheinseite im Landkreis Neuwied. Dort wurden auch Gebäude, wie etwa eine Lagerhalle in Neustadt in Mitleidenschaft gezogen, was auf dieser Rheinseite nicht passiert ist.

    Strohballenbrände hielten die Region in Atem
    Strohballenbrände hielten die Region in Atem
    Foto: Uwe Schumann

    Die Ermittlungsrichterin hat den Untersuchungshaftbefehl allerdings nur wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Brandstiftung in 15 Fällen erlassen. In 13 Fällen geht es um Strohballenbrände in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler und Neuwied, dann um den Bus in Mendig und den Fahrzeugbrand bei einem Gebrauchtwagenhändler in Weißenthurm. Die Staatsanwaltschaft schreibt von „teils beträchtlichen Sachschäden“. Was mit den restlichen Fällen ist und was die Motive der 19-Jährigen waren, dazu war am Freitag nichts zu erfahren. Die Polizeidirektion Mayen verwies auf die Staatsanwaltschaft und deren Sprecher sagte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.

    Nach Angaben von Experten ziehen Brandserien oft Nachahmungstäter an, ob das hier auch der Fall war oder ob bei den anderen Fällen die Beweislage nicht eindeutig genug war und ein oder zwei Fälle mehr sich bei einer möglichen Verurteilung ohnehin nicht auf die Höhe der Strafe auswirken würden, ist offen. Serienbrandstifter neigen dazu, es irgendwann zu übertreiben und einen Fehler zu machen, hatte Linder der RZ erzählt. Genau das scheint Dienstagfrüh gegen 1.30 Uhr passiert zu sein, als die Autos in Weißenthurm in Flammen standen. Unmittelbar danach hatten die Beamten in der Nähe zwei junge Männer gestoppt und bei ihnen Beweise für die Tat gefunden. Damals kamen sie wieder auf freien Fuß, jetzt, nach ihrer Festnahme, haben die 19-Jährigen auch diesen Brand gestanden.

    Wie groß das Team seiner Soko war, durfte Linder nicht verraten. Darunter waren unter anderem Ermittler, die die Spuren von den Tatorten ausgewertet haben. Die Feuer hatten nicht alles zerstört, sagte der Leiter. Die Soko ging auch einer gut zweistelligen Zahl an Zeugenhinweisen nach. Klingt für so viele Tatorte nicht viel. „Aber man muss auf die Uhrzeit gucken“, sagte Linder, der seit 2007 bei der KI Mayen ist und eine Sonderausbildung zum Brandermittler absolviert hat. Mit dem Druck, der auf der Soko lastete, hat Linder im Laufe seines Berufslebens gelernt, umzugehen. Der Leiter spürte eher eine Verantwortung, den Täter zu fassen. Das ist ihm und seinem Team jetzt anscheinend gelungen.

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