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    KellPöntertal: Kritik am geplanten Naturschutzgebiet

    Die SGD Nord nimmt einen neuen Anlauf, das Pöntertal zwischen Kell und Eich unter Naturschutz zu stellen. Reinhard Hauter, Mitglied des Ortsbeirats sowie Grundstückbesitzer in der anvisierten Fläche, kündigt im RZ-Gespräch erneut seinen Widerstand an. Er erwarte, so der ehemalige Ortsvorsteher, dass man sich vorher mit den Besitzern einige. Denn wer als Land- oder Forstwirt davon leben müsse, für den seien die Naturschutzvorgaben für Wald und Wiesen "ganz schön drastisch".

    Mehr als 350 Pflanzenarten und 83 Vogelarten leben in dem geplanten Naturschutzgebiet Pöntertal. Nicht alle Grundstücksbesitzer sind mit der Unterschutzstellung einverstanden.
    Mehr als 350 Pflanzenarten und 83 Vogelarten leben in dem geplanten Naturschutzgebiet Pöntertal. Nicht alle Grundstücksbesitzer sind mit der Unterschutzstellung einverstanden.
    Foto: Yvonne Stock

    Von unserer Mitarbeiterin Yvonne Stock

    Rund 161 Hektar im Pöntertal sollen nach aktuellem Planungsstand "im Laufe dieses Jahres" unter Naturschutz gestellt werden, teilt die SGD Nord auf RZ-Anfrage mit. Das Gebiet sei "absolut klein", meint Margot Bechtoldt, Vorsitzende des Nabu Mayen und Umgebung. Dennoch begrüßt sie die Pläne. Eine Sprecherin der SGD Nord erklärt: "Zurzeit befindet sich das Verfahren in der Beantwortung der 280 Einwendungen."

    90 Prozent davon habe die Bürgerinitiative "Naturschutzgebiet Pöntertal - Nein Danke" im Jahr 2009 eingereicht, ein Jahr nachdem das Verfahren auf Anregung der Stadt Andernach von der SGD eingeleitet worden war. Die Stadt wünschte sich die Fläche als Ausgleich für die Aktivierung des Geysirs im Naturschutzgebiet Namedyer Werth. Neben den befürchteten Nutzungseinschränkungen formulierten die Gegner Zweifel an der Schutzwürdigkeit des Gebiets. Sie kämpften an allen Fronten, sogar der Petitionsausschuss des Landtages beschäftigte sich nach Angaben der SGD mit dem Thema.

    "Das Verfahren ruhte wegen dieser Eingaben", teilt die Sprecherin mit. Zudem habe es in ihrer Behörde dringendere Naturschutzprojekte gegeben. Nachdem diese Mitte 2014 abgeschlossen waren, nahm sich die SGD Nord wieder dem Pöntertal an. Dies sei "im Anschluss an die bereits seit Längerem geplanten Gespräche unserer Hausspitze mit der Firma Tönissteiner" geschehen. Mehrere Tiefbrunnen des Unternehmens liegen in dem Gebiet. In einer Pressemitteilung nach dem Gespräch hieß es, Tönissteiner sei sehr am Naturschutz interessiert.

    Die SGD-Sprecherin betont, dass nach der Unterschutzstellung des Gebiets neben der Mineralwassergewinnung, Reiten und Spaziergängen auch "die bisher praktizierte land- und forstwirtschaftliche Nutzung mit geringen Einschränkungen" möglich sei. Auch nach Meinung der Nabu-Vorsitzenden Bechtoldt ist der Naturschutz damit vereinbar. Sie weist darauf hin, dass die Landwirte bereits jetzt nicht völlig frei agieren könnten, sich etwa bei der Düngung an Auflagen halten müssten. Hauter kritisiert, dass Wald und Wiesen für Landwirte an Wert verlieren, wenn sie unter Naturschutz stünden. Er fordert Ausgleichsflächen, was die SGD Nord ablehnt.

    Hauter betont, dass es gerade aufgrund der Bewirtschaftung diese Tier- und Pflanzenvielfalt im Pöntertal gebe. Laut Kartierung der Stadt Andernach von 2006 sowie der Biotopkartierung des Landes von 2007 wachsen und leben im Pöntertal 350 Pflanzenarten, 83 Vogelarten, darunter Rot- und Schwarzmilane, gut 30 Schmetterlingsarten, darunter der Mädesüßperlmutterfalter, sowie 15 Heuschreckenarten. Die SGD Nord bestätigt, dass diese Vielfalt zu einem Teil auch aufgrund der Nutzung entstanden sei. Aber Änderungen in der Bewirtschaftung könnten den Reichtum gefährden. Laut eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts reiche es, wenn eine Unterschutzstellung "vernünftigerweise geboten" sei.

    Alle eingeschalteten Behörden hätten die Sichtweise der SGD Nord bestätigt, sagt die Sprecherin. Die Eingaben der Gegner seien, "soweit möglich", berücksichtigt worden, die Ausweisung werden sie wohl nicht verhindern. Hauter deutet an, dass er sich vorstellen kann, dass das Thema vor dem Oberverwaltungsgericht landet, solange er keinen Ausgleich bekomme. So geht wohl auch der Protest in eine neue Runde.

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