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    Koblenz"Vision" für die Stadt: OB-Kandidat will ein Seilbahnnetz für Koblenz

    Torsten Schupp (FDP) will Oberbürgermeister von Koblenz werden, und in diesem Zusammenhang hat er jetzt ein erstes Thema ausführlicher präsentiert: ein Seilbahnnetz für Koblenz.

    OB-Kandidat Torsten Schupp (FDP, links) hat eine „Vision“: ein ganzes Seilbahnnetz für Koblenz. Unterstützt wird er dabei vom Bundestagskandidaten seiner Partei, Florian Glock.
    OB-Kandidat Torsten Schupp (FDP, links) hat eine „Vision“: ein ganzes Seilbahnnetz für Koblenz. Unterstützt wird er dabei vom Bundestagskandidaten seiner Partei, Florian Glock.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Mehrere Seilbahnstrecken könnten sich nach seiner Vorstellung durch die Stadt ziehen, die dadurch vom Pendlerverkehr entlastet werden könnte. Eine Vision, sagt er selbst – allerdings eine, mit deren konkreter Umsetzbarkeit er sich nicht weiter beschäftigt hat.

    „Man muss auch mal kreativ sein, Ideen haben, und die Dinge nicht sofort kaputtreden“, verteidigt Schupp seine Idee. Statt zu sagen, warum etwas nicht geht, sollte man viel eher darauf schauen, wie etwas funktionieren kann, findet er. Und beim konkreten Beispiel lässt er die Details lieber erst mal außen vor.

    Wer sollte denn ein ganzes Seilbahnnetz in Koblenz bauen und betreiben, wo noch nicht einmal der bestehende ÖPNV zufriedenstellend funktioniert? Wie sollte ein solches Megaprojekt in einer chronisch klammen Stadt finanziert und dann auch noch von der Kommunalaufsicht genehmigt werden? Mit zentralen Fragen wie diesen will sich der FDP-Politiker erst dann genauer beschäftigen, wenn er denn im September zum neuen OB gewählt wird.

    Bis dahin also erst einmal die „Vision“: Seilbahnstrecken könnten über das Festungsplateau bis zur ehemaligen Fritsch-Kaserne führen, wo ein großes Wohnquartier entstehen soll, außerdem über die B 9 ins Zentrum und vielleicht weiter bis zum Verwaltungszentrum, so Schupp.

    Parkhäuser auf dem Fritsch-Gelände und an der Stelle der früheren Diskothek „Extra“ neben dem Kinopolis könnten die Autos der Pendler aus dem Westerwald und anderen Teilen der Region aufnehmen, die dann in die Seilbahn steigen und ohne Stau, Straßenbelastung und Umweltverschmutzung in die Innenstadt gondeln würden.

    Das Ganze würde vielleicht 100 Millionen Euro kosten, schätzt Schupp, Studenten aus Ingolstadt hätten sich für ihre Stadt bereits mit dem Thema beschäftigt. Viel Geld, aber wenn 20.000 Pendler Dauerkarten für 500 Euro im Jahr kaufen würden, würde sich das schnell amortisieren, rechnet Schupp vor.

    Und die Firma Doppelmayr, die bislang die Seilbahn über den Rhein betreibt, könnte ein Interesse daran haben, das Netz in der Stadt zu installieren, „Koblenz könnte dann eine Musterstadt für sie werden“. Davon weiß das österreichische Unternehmen allerdings noch nichts, bislang hat Schupp keinen Vertreter in seine Pläne eingeweiht.

    Dass diese in der nächsten, acht Jahre dauernden OB-Amtszeit umgesetzt werden könnte, glaubt Schupp ohnehin nicht, „das dauert bestimmt 10 bis 20 Jahre“, schätzt er. Aber: Da er noch nicht so alt ist, könnte er ohnehin mehrmals als OB antreten.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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