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  • KoblenzDie Koblenzer Gondeln haben einen neuen Chef

    Als Peter Magnus während der Bundesgartenschau zum ersten Mal mit der Seilbahn auf die Festung Ehrenbreitstein gegondelt ist, war er beeindruckt.Nun ist er neuer Betriebsleiter der Koblenzer Seilbahn.

    Schon seine erste Fahrt mit der Koblenzer Seilbahn während der Buga hat den neuen Betriebsleiter Peter Magnus sehr beeindruckt.
    Schon seine erste Fahrt mit der Koblenzer Seilbahn während der Buga hat den neuen Betriebsleiter Peter Magnus sehr beeindruckt.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Er hat beobachtet, wie die Anlage funktioniert, wie viele Leute transportiert werden können, wie sie "majestätisch" über den Rhein schwebt. "Weltweit gibt es keine Seilbahn, die mehr kann als diese", sagt Magnus heute, während er in seiner dunkelblauen Uniform auf einer Bank am Fluss sitzt. Mittlerweile ist er selbst verantwortlich für ihren Betrieb.

    Über seinen neuen Job spricht er unaufgeregt und ziemlich routiniert für jemanden, der immer noch recht neu ist in der Stadt. Erfahrungssache wahrscheinlich: 16 Jahre lang war er Betriebsleiter der Seilbahn in Rüdesheim, bevor er am 1. Juli die Stelle in Koblenz antrat. "Eine echte Herausforderung" ist diese schon, räumt Magnus ein und lächelt. Ein Karrieresprung ist der Wechsel allemal: Die Koblenzer Seilbahn ist zwar kürzer als die in Rüdesheim, dafür moderner und größer. Statt kleiner Doppelkabinen verkehren Gondeln für bis zu 35 Personen, etwa doppelt so viele Personen werden hier täglich über den Rhein transportiert.

    "Vom Prinzip her sind die Seilbahnen schon ziemlich gleich", berichtet der 44-Jährige, trotzdem wurde er für den neuen Job als Betriebsleiter erst einmal fit gemacht. Monatelang besuchte er Schulungen und legte Prüfungen ab, war in der Zentrale der Seilbahn-Firma Doppelmayr in Österreich, bis er nach Koblenz kam.

    Hier ist es seine Aufgabe, dass die Anlage funktioniert. "Ich bin zuständig dafür, dass die Bahn läuft", sagt der gelernte Maschinenbauer und blickt auf die Gondeln, die auch an diesem Septembertag zuverlässig ihre Runden drehen. Neben der Technik ist Magnus auch verantwortlich für den Ein- und Ausstieg, ihm unterstehen elf Mitarbeiter im technischen Team, außerdem zahlreiche Servicekräfte. Trotzdem: "Ich werde nicht gern Chef genannt, ich bin eher für flache Hierarchien." An Magnus Seilbahn-Uniform ist ein Abzeichen geheftet, auf dem "Peter" steht, sonst nichts.

    Dennoch ist es sein Handy, das oft schon klingelt, wenn er morgens auf dem Weg von Rüdesheim, wo er immer noch lebt, nach Koblenz ist. "Da höre ich dann zum Beispiel, wenn jemand krank ist, und muss mich um Ersatz kümmern", sagt Magnus. Denn vier Maschinisten und ein Betriebsleiter müssen mindestens zur selben Zeit da sein, "sonst können wir nicht fahren". Auch kleinere technische Probleme kommen hin und wieder vor, dann müssen Magnus und sein Team den Fehler schnell beheben, damit die Seilbahn planmäßig fahren kann. Bis jetzt ging das immer gut, versichert er: "In Koblenz gab es noch keine größeren Probleme."

    Das Besondere an der Koblenzer Seilbahn sind für Magnus vor allem die Kunden. Für viele ist die Bahn ein hoch emotionales Thema, viele haben bis zum vergangenen Jahr mitgezittert, ob die Unesco einen Weiterbetrieb erlaubt. Und viele hängen noch heute an der Buga-Zeit, beobachtet der Rüdesheimer - was einerseits dazu beiträgt, dass viele mit einer Dauerkarte die Seilbahn weiterhin regelmäßig nutzen, was andererseits aber auch ein Grund dafür ist, dass manche Erwartungen doch zu hoch sind.

    "Bei der Buga gab es zum Beispiel mehr Servicekräfte am Ein- und Ausstieg, da haben ja auch viel mehr Leute die Seilbahn genutzt", sagt Peter Magnus. Dass dies heute anders ist, verstehen dennoch nicht alle - und legen Beschwerde ein. Das passiert auch, wenn die Seilbahn mal ein paar Minuten stillsteht, Blumen nicht ordentlich im Kübel stehen und so weiter. Für den Betriebsleiter ist das gewöhnungsbedürftig, "das kenne ich so nicht". Gleichzeitig betont er, dass er es ja grundsätzlich gut findet, dass sich die Leute für die Seilbahn interessieren - und arbeitet die Beschwerden brav ab.

    Echte Begeisterung weckt hingegen ein Großprojekt, das ansteht. An der Bergstation wird ein unterirdisches Wartungsgebäude entstehen - "der Abstellbahnhof", wie Magnus es nennt. In dem Gebäude sollen Gondeln gelagert und gewartet werden, wenn sie nicht im Betrieb sind, außerdem gibt es Sozialräume und eine Werkstatt. "Das ist schon ein dickes Ding", befindet der Betriebsleiter. "Wenn alles gut läuft, können die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen."

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