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  • Bendorf/KoblenzBrutale Attacke auf Polizisten in Bendorf: Rumänen müssen in Haft

    Sie kamen aus Frankfurt, um in Bendorf Häuser zu plündern. Als sie auf frischer Tat ertappt wurden, rammten sie ein Polizeiauto, schlugen und traten nach Beamten, stachen einem von ihnen mit einem Schraubenzieher in Bauch und Brust. Doch im Prozess am Landgericht Koblenz hat die vierköpfige Diebestruppe jetzt beteuert, dass sie kein Problem mit der Polizei hätte. Einer der rumänischen Männer entschuldigte sich beim deutschen Staat, ein anderer bei den verletzten Beamten. „Für mich ist die Polizei ein Symbol des Friedens für uns alle“, sagte einer der Angreifer – ein bulliger Typ mit tätowierten Armen und Dreitagebart.

    Einbrecher attackieren Polizisten (Symbolbild: dpa​)
    Einbrecher attackieren Polizisten (Symbolbild: dpa​)
    Foto: dpa

    Eine Stunde später hat das Landgericht Koblenz ihn und seine drei Komplizen zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und zwei Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Es war der kühle Abschluss eines hitzigen Prozesses.

    Staatsanwalt Matthias Saal kritisierte in seinem Plädoyer die Anwälte der Prügeltruppe: Die Verteidigung hätte unnötige Nebenkriegsschauplätze eröffnet, Polizisten als Bullen bezeichnet, während der Vernehmung von Zeugen gegessen und getrunken. Saals Fazit: Das Verhalten der Anwälte war ungehörig. „Wir haben hier mehr Zeit damit verschwendet über die Verletzungen der Angeklagten zu diskutieren, als über die der Polizisten“, empörte sich der Staatsanwalt.

    Immer wieder warfen die Anwälte der Rumänen den Polizisten Fehlverhalten vor. So seien die Zivilbeamten nicht als solche erkennbar gewesen; sie seien mit unverhältnismäßiger Brutalität gegen die Rumänen vorgegangen. Und: Sie würden ihre Verletzungen aus dem Einsatz überhöhen. Doch das Gericht war überzeugt: Der Einsatz der Polizisten war rechtmäßig.

    So kam es laut Urteil zu dem Gewalteklat in Bendorf: Am Morgen des 11. November treffen sich die Rumänen im Frankfurter Bahnhofsviertel, steigen in einen Opel Vectra – und fahren über den Taunus Richtung Bendorf. In einer Wohngegend gehen sie auf Diebestour. Was sie nicht wissen: Eine hessische Fahndungseinheit ist ihnen seit den Morgenstunden auf der Spur. Die Einbrecher versuchen zwei Einfamilienhäuser zu plündern, hebeln Türen auf, verwüsten einen Gartenzaun, zerbrechen ein Badezimmerfenster. Sie verursachen so einen Sachschaden von rund 3000 Euro, erbeuten aber letztlich nichts. Als die Männer gegen 17.50 Uhr wieder in ihrem Opel sitzen, stürmen ein Dutzend Zivilpolizisten auf sie zu. Einer der Beamten stellt sich mit einem Kleintransporter hinter das Auto der Einbrecher. Da setzt der Fahrer des Wagens zurück und rammt das Dienstauto der Polizei. Als die Beamten die Türen des Einbrecherwagens aufreißen, fliegen ihnen Fäuste und Tritte entgegen. Einer der Angreifer versetzt einer Polizistin einen Kopfstoß, ein anderer sticht mit einem Schraubenzieher auf einen Beamten ein.

    Über die Rumänen ist auch nach sieben Prozesstagen wenig bekannt. Sie sind zwischen 30 und 42 Jahren alt, sprechen kein Wort deutsch und haben hierzulande keinen festen Wohnsitz. Laut Gericht deute zwar einiges darauf hin, dass die Männer Mitglieder einer Bande sind. Beweisen ließe sich dies jedoch nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Von unserem Reporter Eugen Lambrecht

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