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  • Synagoge in der Weißer Gasse in Koblenz: Bodenproben sind im Labor

    Koblenz. Die Wiese in der Weißer Gasse, die als möglicher neuer Standort für die Synagoge im Gespräch ist, sieht aus, als wäre eine Horde Wildschweine darübergelaufen. Tatsächlich sind hier in den vergangenen Tagen Bodenproben entnommen worden.

    Das Gelände in der Weißer Gasse ist untersucht worden. Denn der Boden ist nach dem Krieg aufgeschüttet worden. Je nachdem, was sich im Untergrund verbirgt, können die Kosten für die Entsorgung mehr oder weniger hoch sein.
    Das Gelände in der Weißer Gasse ist untersucht worden. Denn der Boden ist nach dem Krieg aufgeschüttet worden. Je nachdem, was sich im Untergrund verbirgt, können die Kosten für die Entsorgung mehr oder weniger hoch sein.
    Foto: Doris Schneider

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Die Wiese in der Weißer Gasse, die als möglicher neuer Standort für die Synagoge im Gespräch ist, sieht aus, als wäre eine Horde Wildschweine darübergelaufen. Tatsächlich sind hier in den vergangenen Tagen Bodenproben entnommen worden, die Aufschluss darüber geben sollen, aus welchem Material die kleine Erhöhung besteht, die in den 50er-Jahren aufgeschüttet wurde.

    Wichtig ist diese Information vor allem deswegen, weil es mehr oder weniger aufwendig und teuer wird, den "Hügel" abzutragen - je nachdem, wie stark belastet der Boden ist. Zwar wird eine endgültige Einschätzung erst in etwa sechs Wochen vorliegen können, sagt Michael Funk, stellvertretender Leiter des Umweltamts. Aber erste Beobachtungen stimmen recht optimistisch, dass keine ganz extreme Belastung zu erwarten sein wird.

    Denn der Boden besteht vor allem aus Bauschutt, haben die Experten bei den Probenentnahmen sehen können. Um sich ein möglichst umfassendes Bild machen zu können, sind keine Löcher gebohrt und kleine Proben entnommen worden, sondern sogenannte Baggerschürfproben. Dazu wurden unterschiedlich tiefe Löcher gegraben und aus einem Durchmesser von etwa einem Meter Erdreich zusammengezogen. Die tiefsten Proben sind in etwa fünf Meter Tiefe genommen worden. "Die Aufschüttung selbst hat etwa 4,50 Meter, sodass wir bis auf den Ursprung gekommen sind", sagt Funk. Direkt nach der Entnahme der Proben wurden die Löcher wieder zugeschüttet.

    An welchen Stellen geschürft wurde, ist zuvor bei eingehenden Recherchen festgelegt worden. Die Pläne, die die Experten studiert haben, gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. "Man versucht, sich ein Bild zu verschaffen, was einen erwarten könnte." Dabei stand zu befürchten, dass in der Aufschüttung auch Brandschutt mit verarbeitet wurde, der zum Teil hoch belastet sein könnte. Doch zumindest auf den ersten Blick sieht es nicht so dramatisch aus. Doch auch andere unliebsame Begleiter hätten die Fachleute finden können. Eine Firma, die das Grundstück auf Blindgänger und andere Weltkriegshinterlassenschaften kontrollierte, hat deshalb die Untersuchungen begleitet. "Wenn was gewesen wäre, hätten wir dann sofort den Kampfmittelräumdienst eingeschaltet", sagt Michael Funk. Doch das war zum Glück nicht nötig.

    Die Bodenproben sind nun im Labor; hier werden sie auf Belastungen durch Altmetalle und ähnliches untersucht, was auf den ersten Blick nicht zu sehen ist. Wenn die Ergebnisse vorliegen, wird geschaut, wie man den Boden zu welchen Kosten entsorgen könnte. In manchen Fällen kann man Bauschutt zum Beispiel recyceln, aber eben nur, wenn er nicht belastet ist. "Das werden wir mit Ruhe prüfen."

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