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  • Windräder: Naturschützer ziehen Klage zurück

    Soonwald. Zum Schutz der Fledermäuse werden die acht Windräder im Sonnwald von April bis Oktober unter bestimmten klimatischen Bedingungen nachts abgeschaltet. Darauf haben sich der Naturschutzbund (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit dem Windkraftbetreiber Juwi außergerichtlich geeinigt.

    Wie hier bei Argenthal springen die Windräder im Soonwald dem Betrachter förmlich ins Auge. Zu den acht Anlagen auf Rhein-Hunsrücker Seite gesellen sich noch etliche weitere Riesen auf der Bad Kreuzna
    Wie hier bei Argenthal springen die Windräder im Soonwald dem Betrachter förmlich ins Auge. Zu den acht Anlagen auf Rhein-Hunsrücker Seite gesellen sich noch etliche weitere Riesen auf der Bad Kreuzna
    Foto: Werner Dupuis

    Bestandteil des Vergleichs ist auch die Zusage von Juwi, keine weiteren Windräder im Soonwald zu errichten. Im Gegenzug haben die beiden Naturschutzverbände ihre Klage gegen die Genehmigung der acht Anlagen zurückgezogen.Gegenstand des Rechtsstreites war die von der Kreisverwaltung in Simmern erteilte Genehmigung zum Bau von acht Windrädern in den Gemarkungen Ellern und Rheinböllen.

    Jedenfalls hat Juwi versprochen, im Soonwald keine weiteren Windräder mehr zu errichten.
    Jedenfalls hat Juwi versprochen, im Soonwald keine weiteren Windräder mehr zu errichten.
    Foto: Werner Dupuis

    Für den Bau der Anlagen wurden etwa 8 Hektar Wald gerodet, von denen rund 6 Hektar wieder aufgeforstet werden. Nabu und BUND haben sich gegen die Genehmigung der acht Anlagen gewandt, da es sich bei dem betroffenen Waldstück um ein Konzentrationsgebiet von 15 nachgewiesenen Fledermausarten handelt, von denen einige eine landesweit überdurchschnittliche Aktivität im Gebiet aufweisen. „Da wir die Auflagen zum Schutz der Fledermäuse im Genehmigungsbescheid für unzureichend halten, mussten wir dagegen vorgehen", sagt Andreas Lukas, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Rheinland-Pfalz.

    Den Windkraft-Standort Soonwald sehen die Naturschützer nach wie vor sehr kritisch, doch müsse man „zur Kenntnis nehmen, dass die Rechtslage im vorliegenden Fall eine Errichtung der Windräder an diesem Standort ermöglicht", so der Vorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz, Holger Schindler. „Den Fledermausschutz betreffend hat die Einsicht von Juwi der Klage den Boden entzogen."Das sieht auch Andreas Lukas so. Der Nabu-Vize ist sich sicher, dass sich das Engagement seiner Organisation gelohnt hat: „Insgesamt haben wir eine deutliche Verbesserung erreicht. Ein Abriss der Windräder wäre aufgrund der Rechtslage auch dann nicht durchzusetzen gewesen, wenn wir mit unserer Klage Erfolg gehabt hätten. Der im Vergleich vereinbarte Verzicht von Juwi auf einen weiteren Zubau von Windrädern im Soonwald wird von vielen Menschen sicher begrüßt."

    Schindler ergänzt: „Wir hoffen, dass auch andere Betreiber die Unverträglichkeit weiterer Windenergieanlagen im Soonwald einsehen und es tatsächlich gelingt, den Rest des Soonwalds windenergiefrei zu halten."Als „Bestätigung seiner konsensorientierten, auf Bürgerbeteiligung ausgerichteten Firmenstrategie" wertet Juwi den Vergleich. „Energiewende und Naturschutz sind für uns keine Gegensätze", stellt Juwi-Chef Matthias Willenbacher klar. Auch in Zukunft wollen die Naturschützer und Juwi unterschiedliche Interessen und Einschätzungen offen diskutieren und zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung kommen.

    Für die vereinbarte Zusammenarbeit bei künftigen Genehmigungsverfahren will Juwi gemeinsam mit den Verbänden Untersuchungsstandards und einen Bewertungsrahmen erarbeiten, mit denen die Naturverträglichkeit von Windenergieanlagen beurteilt werden kann.Von der Politik erhoffen sich die Beteiligten, dass sie diese Standards dann für alle Betreiber verbindlich vorschreibt. Auch die Zusage durch Juwi, die Verbände über Projekte, die in der Nähe von Natura-2000-Gebieten geplant sind, bereits im Vorfeld zu informieren, eröffne die Möglichkeit, sich frühzeitig einzubringen und Verbesserungen in Genehmigungsverfahren zu erreichen. Wolfgang Wendling

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