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  • Ryanair: Handgepäck kostet Brüder 120 Euro zusätzlich

    Flughafen Hahn/Argenthal - Für die Beförderung ihrer beiden Koffer, die der Norm für Handgepäck entsprechen, mussten zwei Argenthaler Brüder bei Ryanair 120 Euro zusätzlich bezahlen. Und das obwohl die beiden Gepäckstücke zuvor mehrmals problemlos bei Flugreisen in der Kabine befördert wurden. Die Brüder sind über das Vorgehen der Airline verärgert.

    Stephan Müllers Koffer passt perfekt in die Prüfschablonen für Handgepäck am Flughafen Hahn. Und trotzdem durfte er das Gepäckstück in Palma nicht mit in die Kabine nehmen.
    Stephan Müllers Koffer passt perfekt in die Prüfschablonen für Handgepäck am Flughafen Hahn. Und trotzdem durfte er das Gepäckstück in Palma nicht mit in die Kabine nehmen.
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    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    Winfried Müller, Vater von Stephan (rechts) und Alexander, denkt, dass gezielt junge und unerfahrene Leute bei Ryanair zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
    Winfried Müller, Vater von Stephan (rechts) und Alexander, denkt, dass gezielt junge und unerfahrene Leute bei Ryanair zusätzlich zur Kasse gebeten werden.
    Foto: Thomas Torkler

    Kein schönes Ende eines Sommerurlaubs: Mit ihrem Handgepäck wollten Stephan und Alexander Müller aus Argenthal am 17. Juli in Palma de Mallorca in den Ryanair-Flieger in Richtung Heimat einchecken. "Kein Problem", dachten sich die 17 und 19 Jahre alten Brüder. Schließlich entsprechen ihre kleinen Reisekoffer der geforderten Ryanair-Norm für Handgepäck und haben die beiden bereits mehrfach auf Flugreisen in der Kabine begleitet.

    Doch nicht dieses Mal: Das Bodenpersonal in Palma de Mallorca maß die Koffer und befand, dass diese zwei Zentimeter zu groß seien, um als Handgepäck mitzufliegen. Um ihren Rückflug nicht zu verpassen, zahlten die Brüder 120 Euro für die Gepäckbeförderung nach. Am Flughafen Hahn angekommen stellten sie ihre Koffer in die dort aufgestellten Prüfschablonen für Handgepäck und siehe da: Beide Gepäckstücke passten einwandfrei in die Lücke zwischen den Metallstäben.

    "Ich sagte erst: ,Jungs, was habt ihr denn alles eingekauft?', erzählt Winfried Müller. Als er beim Abholen seiner Söhne am Hahn vom missglückten Check-in hörte, dachte er zunächst die jungen Männer hätten beim Shoppen über die Stränge geschlagen. Doch dann überzeugte er sich selbst davon, dass die Koffer bei dem neuntägigen Aufenthalt auf der spanischen Insel keineswegs in die Breite gegangen waren.

    Am Flughafen Hahn sagte man den Müllers, dass sie die Zusatzzahlung für die beiden Gepäckstücke am Flughafen in Palma hätte reklamieren können, hier sei man dafür nicht zuständig. Eine Aussage, die Stephan Müller nach wie vor ärgert: "Wir haben in der Abflughalle in Palma keine Möglichkeit gefunden, die Größe unseres Handgepäcks zu überprüfen. Und als wir dann am Schalter standen, hieß es: ,Entweder ihr lasst das Gepäck da oder ihr zahlt 120 Euro!'"

    Für Winfried Müller ist es keineswegs ein Zufall, dass gerade seine Söhne nicht durch bei der Handgepäckkontrolle Probleme bekamen: "Das geht dann nach dem Prinzip: Das sind junge Leute, mit denen kann man es ja mal machen." Zumal seine Söhne von Mitreisenden berichteten, deren Koffer sogar zu groß für die Gepäckfächer im Flugzeug waren und die dennoch in der Kabine befördert wurden.

    Bei Ryanair will man von unterschiedlichen Maßstäben für das Handgepäck nichts wissen: "Gepäckgröβen-Vorrichtungen sind einheitlich und an allen Ryanair Flughäfen vorhanden. Die Maβe sind 55 mal 40 mal 20 Zentimeter – dies ist der Fall an allen 180 Ryanair-Flughäfen", sagt Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt. Dass das Bodenpersonal am Flughafen Palma andere Maße anwendet, schließt sie kategorisch aus.

    Winfried Müller bemüht sich derweil darum,bei Ryanair Gehör für seine Beschwerde zu finden: Telefonische Nachfragen hatten keinen Erfolg, und der Versuch das entsprechende Online-Formular auszufüllen scheiterte zunächst an Verbindungsproblemen mit der Ryanair-Internetseite. Der Argenthaler will den Sachverhalt mit Ryanair klären, auch wenn er nicht viel Hoffnung auf ein Happy End hat: "Wenn ich das immer wieder mache, kann ich als Fluglinie schließlich auch mein Geld verdienen."

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    Bettina Tollkamp

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    Chefin v. Dienst

     

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