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    WaldorfSommerreise: Was Malu Dreyer an Waldorf so imponiert

    An Tag eins ihrer Sommerreise 2017 durch Rheinland-Pfalz hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch Station in der Vinxtbachtalgemeinde Waldorf gemacht. Warum gerade hier?

    Auch im Hofladen von Ralf und Marion Klemke schaute die Ministerpräsidentin bei ihrer Stippvisite in der Vinxtbachtalgemeinde vorbei.  Fotos:Vollrath
    Auch im Hofladen von Ralf und Marion Klemke schaute die Ministerpräsidentin bei ihrer Stippvisite in der Vinxtbachtalgemeinde vorbei. Fotos:Vollrath
    Foto: vollrath

    Tag eins ihrer Sommerreise 2017 durch Rheinland-Pfalz hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch nach Waldorf geführt. Sie wollte wissen, was das für eine Gemeinde ist, die so vehement und geschlossen für „ihre“ Flüchtlinge eintritt, dass die Ministerpräsidentin nur staunen konnte.

    Pünktlich trifft Malu Dreyer in Waldorf ein: Im weißen Anzug entsteigt sie vor der Vinxtbachhalle ihrer schwarzen Limousine. „Ich freue mich sehr, dass Sie Waldorf kennenlernen wollen“, sagt ihr kurz darauf Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten – und auf dem Grundstück nebenan kreischt die Kreissäge dazu. Volksnah begrüßt die Landesfürstin die Waldorfer, schüttelt Hände, geht auch zu „den Herren, die sich da in der Ecke verstecken“.

    Parallel zum Begrüßungssekt wird der „Malu Travel Scoot“ aus dem Auto gepackt und aufgebaut – auf dem wendigen Elektromobil wird Dreyer, die an Multipler Sklerose leidet, kurz darauf den kleinen Ortsrundgang absolvieren.
    „Wir sind zwar nicht groß, aber sehr aktiv“, erklärt Bürgermeister Felten, bevor er das Startsignal zum Abmarsch gibt. Wer mitkommen will, darf mit. Neben Landrat Jürgen Pföhler, dem Landtagsabgeordneten Guido Ernst, Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und der Breisiger Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch sowie dem stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Leo Bell schließen sich zahlreiche Waldorfer Vereinsvertreter, weitere Lokalpolitiker und ganz normale Bürger der Gruppe an.

    Bürgermeister Hans-Dieter Felten mit seinem Staatsgast.
    Bürgermeister Hans-Dieter Felten mit seinem Staatsgast.
    Foto: vollrath

    Vorbei an herausgeputzten Höfen und einer mehr als überlebensgroßen Darth-Vader-Figur – ein Überbleibsel vom Karnevalszug – geht es zur ersten Station, dem Kindergarten. „Waldorf ist jung“, kann Felten vermelden. Gerade entsteht ein Anbau am Kindergarten, auch am Spielplatz dahinter wird gewerkelt. Doch hier macht Felten noch auf etwas anderes aufmerksam: „Hier zeige ich Ihnen eine Kiste: Das ist unsere DSL-Anbindung“, meint er zu Malu Dreyer. Stolz ist der Ortschef darauf, dass die Gemeinde nach langem Hin und Her das Kunststück geschafft hat, schnelles Internet ins Dorf zu bekommen, für das weder das Land noch die Bürger einen Cent bezahlen mussten. „Das ist ja die allerbeste Lösung“, zeigt sich Dreyer beeindruckt.

    Einen Blick wirft sie auch auf den eingefassten Vinxtbach, das Vereinsheim des ASV Waldorf, das Heimatmuseum und den Hofladen, der sie mit seinem Sortiment an alkoholischen Getränken beeindruckt. „Wer trinkt denn da den ganzen Ramazotti im Dorf?“, scherzt Dreyer in die Runde. In der Hauptstraße macht sie dann schließlich Station bei den Waldorfer Flüchtlingen, die Felten liebevoll „unsere Jungs“ nennt. Die 13 Eritreer und 4 Syrer empfangen die Landeschefin mit Sonnenblumen und einer kleinen Rede. „Komm, wir machen mal ein Bild zusammen“, meint Dreyer, bevor es zurück zur Vinxtbachhalle geht.

    Waldorfs Neubürger empfingen Dreyer mit Sonnenblumen.
    Waldorfs Neubürger empfingen Dreyer mit Sonnenblumen.
    Foto: vollrath

    Beim anschließenden Bürgerempfang erklärt die Ministerpräsidentin ganz genau, warum sie unbedingt nach Waldorf wollte. Auslöser war ein engagierter Brief, den Ortsbürgermeister Felten an sie geschrieben hatte, ausgestattet mit langen Unterschriftenlisten und einem Appell der Ortsvereine, einen bestimmten Flüchtling aus Eritrea nicht abzuschieben. Mit Erfolg: Die Härtefallkommission entschied am Ende im Sinne der Waldorfer für den Verbleib des Eritreers. Doch Malu Dreyer ging die Sache nicht mehr aus dem Kopf. „So einen Brief habe ich ehrlich gesagt noch nie gekriegt“, bekennt sie. Dass sich eine ganze Dorfgemeinschaft hinter das Anliegen gestellt hat, habe sie zutiefst beeindruckt und den Wunsch in ihr geweckt, die Gemeinde einmal kennenzulernen.

    Dass sie das auch wirklich tun kann, dafür trägt Hans Dieter Felten Sorge: Er packt die Gelegenheit beim Schopfe, der Ministerpräsidentin Waldorf bis ins Detail vorzustellen – angefangen bei den alten Römern über die bereits im Mittelalter gezeigte Freiheitsliebe bis hin zum Brotaufstrich Mobbes und der Gründung des jüngsten Vereins, der Flüchtlingshilfe Waldorf.

    Doch auch die anderen Ortsvereine helfen tatkräftig bei der Integration mit. So sind Flüchtlinge Stammspieler beim VfL Waldorf, und der Karnevalsverein hat einen Akrobaten aus Eritrea. „Besser kann Integration nicht gelingen“, lobt Malu Dreyer. Auf diese Weise Willkommenskultur zu leben, sei etwas ganz Besonderes.

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