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    Kreis AhrweilerFlüchtlinge treffen auf viel Hilfsbereitschaft

    Der Strom von Flüchtlingen, die im Kreis Ahrweiler ankommen, reißt nicht ab. 420 Asylsuchende waren es im Jahr 2014. Für 2015 gibt es keine verlässlichen Prognosen, weiß Werner Rex, der sich seit 25 Jahren in der Ökumenischen Flüchtlingshilfe engagiert.

    Private Initiativen helfen in den Dörfern: In vier Kleingruppen erhalten die Eritreer Deutschunterricht in Waldorf.
    Private Initiativen helfen in den Dörfern: In vier Kleingruppen erhalten die Eritreer Deutschunterricht in Waldorf.
    Foto: bea

    Die Schätzungen wurden bereits von 600 auf 800 Neuankömmlinge nach oben korrigiert. Wie viele es aber am Ende sein werden, dahinter steht für ihn ein großes Fragezeichen. Fest steht für Rex aber auf jeden Fall: Wer das Glück hat, im Kreis Ahrweiler zu landen, trifft auf eine Bevölkerung mit großer Bereitschaft zum Helfen.

    In der Kreisstadt selbst hat sich ein Flüchtlingsnetzwerk etabliert, das Unterstützungsteams für verschiedene Bereiche wie Sprache, Wohnungssuche oder Kleidung gebildet hat und noch weitere engagierte Helfer sucht. Die Caritas mit ihrer Mitarbeiterin Eva Pestemer bildet Willkommenspaten aus. Und in den Dörfern, wo viele Flüchtlinge dezentral anstatt in Sammelunterkünften untergebracht werden, sind private Initiativen entstanden.

    "Als klar war, dass elf Menschen aus Eritrea nach Waldorf kommen, hat die Gemeinde spontan ein Haus für die Flüchtlinge angemietet. Hier wurden die Flüchtlinge bei einer Bürgerversammlung als neue Mitbürger begrüßt. Und Ehrenamtliche kümmern sich um Deutschunterricht", berichtet Werner Rex von vorbildlichem Engagement, das sich auch in anderen Kommunen finden lässt. Inzwischen sind bei der Kreisvolkshochschule zusätzliche Deutsch- und Integrationskurse eingerichtet worden. Die Situation sei entspannt, nachdem der Kreis zusätzliche Mittel bereitgestellt hat, so Werner Rex. Außerdem gibt es im Kreis Ahrweiler regelmäßig einen runden Tisch, an dem sich zum Informationsaustausch alle Institutionen treffen, die mit dem Thema Flüchtlinge in Berührung kommen. "Die Vernetzung ist gut. Wir arbeiten auch gut mit den Sozialämtern zusammen, sodass sich viele Probleme bereits im Vorfeld lösen lassen", berichtet Rex. So ist bei der Einrichtung der Unterkünfte darauf zu achten, dass hier Menschen aus verschiedenen Kulturen auf engem Raum zusammenkommen. Bei der Ausstattung der Wohnungen nutzen die Kommunen häufig das Angebot des Sozialkaufhauses Lisa. Hilfreich wären aus Sicht der Ökumenischen Flüchtlingshilfe gut erreichbare dezentrale Sammelstellen für Sachspenden wie Betten oder Schränke, die Bürger an Flüchtlinge weitergeben wollen.

    Dass viele Flüchtlinge nicht nur mit leeren Händen kommen, sondern mit wertvollen Fähigkeiten, fällt Werner Rex immer wieder auf. Deshalb kann er sich gut eine Anlaufstelle vorstellen, wo die bestehenden und sehr differenzierten Unterstützungsangebote für ihre berufliche Zukunft koordiniert werden: "Für mich wäre das die Agentur für Arbeit", sagt er und nennt als Beispiel für professionelle Begleitung die Talentscouts, die in Nordrhein-Westfalen darauf spezialisiert sind, Flüchtlingen so schnell wie möglich einen Job zu vermitteln.

    "Momentan haben wir vier Ärzte unter den Flüchtlingen im Kreis Ahrweiler, darunter ein Herzspezialist", berichtet Rex von zum Teil Hochgebildeten. Einer dieser Spezialisten brachte sich mit interaktiven Lernprogrammen Deutsch selbst bei und konnte problemlos in laufende Deutschkurse einsteigen. Aber auch Handwerker mit außergewöhnlichen Talenten sind darunter. Da ist zum Beispiel der 27-jährige Syrer, seit acht Jahren Fliesenleger. Er beherrscht die Kunst, Mosaike zu legen. Oder der Schneider, der sich auf das Schneidern von Hochzeitskleidern spezialisiert hat. Eine Hürde, so Rex, bleibt die Anerkennung von Bildungsabschlüssen. Und nicht alle haben vorgesorgt und sich wie einer der Mediziner die Zeugnisse wasserdicht um den Bauch gebunden - für den Fall, dass er bei seiner Flucht schwimmen muss.

    Von unserer Redakteurin Beate Au

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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