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  • Flaute bei Energiewende: Der Windkraft geht im Kreis die Puste aus

    VG Adenau. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2030 will der Kreis Ahrweiler seinen Energiebedarf bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Doch wie es aussieht, sinken die Chancen für Windkraftprojekte.

    Windräder drehen sich oberhalb von Weibern: Einen Windpark gibt es in den Kreisgrenzen bisher nur im Brohltal.
    Windräder drehen sich oberhalb von Weibern: Einen Windpark gibt es in den Kreisgrenzen bisher nur im Brohltal.
    Foto: Vollrath

    Von unseren Redakteure Uli Adams und Frieder Bluhm

    Für Windräder wird im Kreis Ahrweiler die Luft dünner. Die Landesregierung hat neue Regeln für Windkraft auf den Weg gebracht, die unter anderem die Mindestabstände zur Wohnbebauung betreffen. Künftig dürfen neue Windanlagen nur noch in einem Abstand von mindestens 1000 Metern, ab einer Anlagenhöhe von 200 Metern erst ab 1100 Metern Entfernung aufgestellt werden. Das engt die ohnehin begrenzten möglichen Flächen weiter ein. Zudem steigt ab 2017 mit der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) neuerdings vorgesehenen Ausschreibung der Projekte das unternehmerische Risiko. Für Gereon Schürmann, Projektentwickler aus Leimbach (Verbandsgemeinde Adenau), ist damit ein Punkt erreicht, an dem sich die Planung von Windkraftanlagen kaum noch lohnt.

    Auf welchem Stand sind die bereits auf den Weg gebrachten Projekte in der VG Adenau? Das wollte die FWG-Kreistagsfraktion wissen. Antwort der Kreisverwaltung: Von neun bekannten Windkraftprojekten (Müllenbach; Barweiler/Bauler/Pomster; Reifferscheid; Dankerath/Senscheid/Trierscheid/
Borler; Herschbroich (Hohe Acht); Herschbroich (Nordschleife); Wiesemscheid; Nürburg; Aremberg) mit jeweils drei bis fünf Windrädern befindet sich noch keines im Raumordnungsverfahren (ROV).

    Das ROV stellt ein vorklärendes Gutachten zur Beurteilung der Raumverträglichkeit raumbedeutsamer Einzelvorhaben mit überörtlicher Bedeutung dar. Zuständig ist die Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord. In den meisten Fällen haben Vorgespräche mit der SGD Nord stattgefunden, in drei Fällen wurden auch schon Anträge auf raumordnerische Prüfung gestellt. So auch für den Windpark Aremberg. Allerdings sieht die Behörde in diesem Fall keinen Handlungsbedarf, da der Landesbetrieb Mobilität (LBM) erklärt hat, dass die Anlagen innerhalb bzw. im unmittelbaren Umfeld der Ausgleichmaßnahmen für den Lückenschluss der A1 liegen. Noch in diesem Jahr möchte Wiesemscheid seinen Antrag einreichen, nachdem Mitte September ein Vertrag für vier Windkraftanlagen mit Dunoair geschlossen wurde. Zwar hat auch Gereon Schürmann für seine beiden Projekte (Barweiler/Bauler/Pomster und Reifferscheid) jeweils einen Antrag auf raumordnerische Prüfung gestellt. Dazu merkt die Kreisverwaltung an, die Unterlagen seien für die Durchführung des Verfahrens nicht tauglich. Der Antragsteller sei aufgefordert worden, fehlende Unterlagen nachzureichen. Dieser Aufforderung sei er bislang nicht nachgekommen. Schürmann widerspricht: Vielmehr sei es die Behörde, die ihn mit immer neuen Forderungen hinhalte. Er beklagt mangelnden Rückhalt aus der Politik.

    Rückendeckung bekommt er derzeit nur indirekt von Bündnis 90/Die Grünen und ihrem Kreistagsfraktionssprecher Wolfgang Schlagwein. Der schnitt das Thema Windkraft in der jüngsten Sitzung des Kreistages beim Tagesordnungspunkt Klimaschutz an. Im Kreis Ahrweiler, der es sich zum Ziel gesetzt hat, seinen Energiebedarf bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, kämen Vorrangflächen für Windkraft überhaupt nicht mehr vor, kritisierte er. Und er vermisst auch Anstrengungen, daran etwas zu ändern. Den größten Verweigerer in Sachen Windkraft sieht Schlagwein in der „Planungsverweigerungsgemeinschaft“ Mittelrhein. Die verkleinere fleißig den regionalen Grünzug. „Aber da ist nirgendwo Platz für ein Windrad, aber viel Platz für Flächenversiegelungen zur Verstärkung des nächsten Hochwassers.“

    Interview: Kreis meint es mit Erneuerbare-Energien-Ziel nicht ernst
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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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