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  • Fasziniert: Brieftaubenzüchter sind stolz auf gefiederte Spitzensportler

    Heppingen. Es ist immer noch ein Rätsel, wie Brieftauben über weite Entfernungen zurückfliegen zu ihrem Schlag. Generationen von Züchtern hat das bis heute fasziniert. Sie sehen ihr Hobby als Sport.

    Stolz ist Heinz Kreusch (links) aus Heimersheim auf seine kleinen "Rennpferde". Vereinsmitglied Karl-Josef Wachendorf aus Fritzdorf fungierte beim Züchterfest als Auktionator.
    Stolz ist Heinz Kreusch (links) aus Heimersheim auf seine kleinen "Rennpferde". Vereinsmitglied Karl-Josef Wachendorf aus Fritzdorf fungierte beim Züchterfest als Auktionator.
    Foto: Hans-Jürgen Vol

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

    Über Hunderte von Kilometern fliegen sie zurück in den heimischen Schlag. Die Leistung ihrer gefiederten Spitzenathleten faszinieren die Brieftaubenzüchter. Wenn sie sich treffen, wie jetzt auf dem Züchterfest der Reisevereinigung RV Rhein-Ahr im Bürgerhaus Heppingen, gibt es viel zu erzählen über diese Tiere mit dem besonderen Orientierungssinn, die auch als Rennpferde des kleinen Mannes bezeichnet werden.

    Klar, dass es hier auch um Wettbewerb geht. Die Züchter sehen ihr Hobby als Sport. Als stolze Sieger des Reisejahres 2016 wurden Luise und Ewald Veith aus Löhndorf mit ihren Tieren vom Vorsitzenden Heinz Kreusch aus Heimersheim geehrt. Spitzentauben für die Zucht versteigerte Vereinsmitglied Karl-Josef Wachendorf aus Fritzdorf an diesem Tag. Zwischen 30 und 150 Euro mussten die Bieter pro Taube auf den Tisch legen.

    1984 wurde die Reisevereinigung Rhein-Ahr gegründet und hat derzeit 45 Mitglieder, davon sind 17 in Reisewettbewerben aktiv. Jeder von ihnen hat zwischen 60 und 100 Brieftauben im sogenannten Winterbestand, also außerhalb der von April bis September dauernden Reisezeit. Ohne den Vorsitzenden Heinz Kreusch und seine Frau Irmenhild, die als Geschäftsführerin des Vereins tätig ist, würde die Reisevereinigung nicht existieren. Der 74-jährige Kreusch ist nicht nur Gründungsmitglied, sondern von Anfang an auch deren Vorsitzender. Im zarten Alter von sieben Jahren hatte er erste eigene Tauben. Ein Hobby, das ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. "Mich fasziniert ihre Fähigkeit, aus 500 Kilometern Entfernung unbeirrt nach Hause zu fliegen", so Heinz Kreusch. Und diese Bewunderung teilt er mit mehr als 35 000 Taubenfreunden allein in Deutschland. Seine absolute Lieblingstaube lebte im Jahr 1990. Sie hatte keinen Namen, sondern lediglich die Bezeichnung 711. In jenem Jahr hat sie elf von zwölf Flügen siegreich abgeschlossen. Ein Greifvogel, vermutlich ein Wanderfalke, setzte ihrem Siegeszug ein plötzliches Ende.

    Mit rund 1200 Tauben im vereinseigenen Kabi, so wird der Kabinenexpress zum Transport kurz genannt, fährt Kreusch oder ein anderer Taubenfreund mehrfach im Jahr bis nach Belleville im Rhonetal, um sie dort aufzulassen. Für die in Luftlinie 530 Kilometer lange Strecke benötigen die Tiere je nach Wetter sechs bis sieben Stunden. Im Verlauf des Flugjahres werden es immer weniger Tiere, denn in weiten Teilen Europas ist die Brieftaube zur Zeit der Wettflüge eine Hauptbeute des Wanderfalken, und auch nicht alle Tiere sind auf Dauer den hohen Konditionsanforderungen gewachsen. So ist die nährstoffreiche Fütterung rund um das Jahr ein besonders wichtiger Teil der Brieftaubenzucht. Wieder im heimischen Schlag, wird die Ankunftszeit mit einem elektronischen Konstatiersystem genau erfasst und mit der Reisezeit der anderen Tauben verglichen. Landet sie doch einmal in einem falschen Schlag, so zeigen kleine Fußringe den Besitzer an.

    Zur besonders schnellen Rückkehr werden die Tauben motiviert, wenn im Heimatschlag ein Gelege zu brüten oder Jungtauben zu füttern sind. Auch wenn die nach Geschlechtern getrennt gehaltenen Brieftauben bei der Rückkehr ihren Partner vorfinden, beeilen sie sich besonders. Wie es die Tiere anstellen, ohne Probleme wieder zum heimischen Schlag zurückzufinden, darüber streiten immer noch die Experten. Es gibt darüber mehrere Theorien, aber keine ist stichhaltig bewiesen.

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