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  • Nach blutiger Messerattacke in Kirn: Täter muss in die Psychiatrie

    Bad Kreuznach/Kirn. Im Prozess um eine blutige Messerattacke im Juli 2015 in Kirn fällte das Landgericht Bad Kreuznach am Freitag das Urteil: Ein 23-Jähriger muss wegen versuchten Mords und versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sechs Jahre lang in die forensische Psychiatrie.

    Der Täter musste sich vom 23. Dezember 2015 bis zum 26. Februar an sieben Verhandlungstagen vor dem Landgericht verantworten. Bei der Bluttat vor einer Kirner Gaststätte waren zwei Menschen schwer verletzt worden, einer davon lebensgefährlich. Nachdem die Beweisaufnahme geschlossen war, verlas Gutachter Dr. Ralf Werner seine über den Angeklagten gewonnenen Erkenntnisse. Er kam zu dem Schluss, dass der Täter zum Tatzeitpunkt unter einer schizophrenen Psychose litt, die er mit Alkohol für sich erträglich zu machen versuchte, wodurch er jedoch die Kontrolle über sein Tun verlor. Seine Lügen und Tricks im Verfahren dienten laut Gutachten dazu, sich Vorteile zu verschaffen. Bei ihm bestehe "das Potenzial, die Wahrheit zu verdrehen".

    Es sei zu erwarten, dass eine solche Tat sich wiederholen könne, da eine Grundaggressivität vorhanden sei. Nur eine Medikamentengabe über einen langen Zeitraum könne hier helfen, sagte Werner. Eine Bewährung sei jetzt sowie in den nächsten zwölf Monaten nicht denkbar. Die Tat erfolgte aus einer Alltagssituation heraus. Mit dem Mitführen eines Messers war eine Konfliktsituation programmiert. Dem Angeklagten fehle ein günstiges soziales Umfeld, sein einziger Halt seien Alkohol und Drogen gewesen. Daher lautete die Empfehlung des Gutachters: Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Staatsanwalt Claudius Persdorf war der Meinung, dass eine vollständige Aufklärung des Verhaltens der Opfergruppe nicht möglich sei. Im Prozess ging es um angebliche Beleidigungen des späteren Täters und der Opfer.

    Der Täter nahm in Kauf, dass das Opfer sterben könne, hieß es im Plädoyer. Es handele sich daher um versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlag. Wegen der schlechten Sozialprognose forderte Persdorf für den Angeklagten sieben Jahre Haft. Im Plädoyer des Nebenklagevertreters sprach Martin Säzler aus Idar-Oberstein von einem kalten, brutalen, gewissenlosen und feigen Anschlag und wies darauf hin, dass zwar die äußerlich erlittenen Verletzungen verheilen, die inneren jedoch seinen Mandanten ein Leben lang begleiten werden. Er sprach den aus Somalia stammenden Angeklagten an: "Sie haben eine Vergangenheit, die man niemandem wünscht, aber halten Sie sich vor Augen, dass Sie hier fast ein Leben zerstörten. Das ist in unserer Gesellschaft nicht zu tolerieren." Der Verteidiger schloss sich beim Strafrahmen der Staatsanwaltschaft an.

    Verteidigerin Stefanie Angermann war sich sicher, dass der Angeklagte so etwas nicht wieder tun würde. Er sei in seiner Ehre verletzt worden, was für Afrikaner schwerer wiege als für Europäer. Zudem war er geständig. Sie plädierte auf eine Strafe von vier Jahren. Der Angeklagte entschuldigte sich, dankte für den fairen Prozess, will jede Behandlung annehmen und akzeptierte das Urteil. kus

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    Gerhard Engbarth

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