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  • Missbrauch durch Pfarrer: Gemeinde soll Abbitte leisten

    Windesheim. Lange Zeit wurde nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Doch nachdem sich mindestens eine Person als Missbrauchsopfer des verstorbenen katholischen Priesters Becker offenbart hat, müssen die Gläubigen den  Tatsachen in die Augen schauen.

    In der damaligen katholischen Pfarrei Windesheim, die heute zur Pfarreiengemeinschaft Guldenbachtal gehört, wurden von Pfarrer Becker Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre laut Opferaussagen Kinder und Jugendliche sexuell bedrängt und teils auch missbraucht.

    Nachdem ein Betroffenre - der gegenüber dem "Oeffentlichen" zum Gespräch bereit war - sich den zuständigen Stellen des Bistums Trier offenbart hat, will nun die Pfarrgemeinde mit "zur Aufklärung beitragen, den Opfern helfen und diese nicht wiedergutzumachenden Vorgänge aufarbeiten", heißt es in einer Beilage zum jüngsten Pfarrblatt. Unterzeichnet ist diese Beilage von der Ersten Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Anke Eckes, sowie den Gemeindereferenten Gerhard Horteux und Sabine Brühl-Kind.

    Aufarbeitung kann beginnen

    Gegenüber unserer Zeitung hatte sich das Missbrauchsopfer geäußert und über den an ihm verübten Missbrauch gesprochen. Da er jedoch gleichzeitig mit dem Bistum Trier über das ihm zugefügte Unrecht in Gesprächen war, bat er den "Oeffentlichen" um Diskretion. Sabine Brühl-Kind, ist froh, dass nun endlich die Aufarbeitung beginnen kann. Mehr wollte sie jedoch nicht sagen und verwies an die zuständigen Mitarbeiter bei der Diözese. Die Unterzeichner des Schreibens sind sich der Gratwanderung zwischen gut gemeinter Aufarbeitung und dem Aufwühlen von alten, schmerzvollen Geheimnissen bewusst.

    "Durch diese Veröffentlichung besteht die Gefahr, dass Betroffene retraumatisiert werden, weil über sie gesprochen wird, alte Wunden aufbrechen und Erinnerungen an die Oberfläche drängen, die mühsam verdrängt wurden", heißt es in dem Schreiben. Darum bitten die Verfasser, sehr respektvoll mit dem Wissen um diese Zeit und die damaligen Vorgänge umzugehen "und den Betroffenen heute den Schutz zu gewähren, den sie damals nicht bekamen". Von einer eigenen Aufarbeitung vor Ort halten die Unterzeichner nach Beratungen mit dem Bischöflichen Generalvikariat nichts. Hier müssen geschulte Experten aktiv werden, die in Windesheim niemand kennt. In dem Schreiben an die Gemeinde werden Adressen genannt, an die sich Betroffene wenden können. Aber auch Menschen, die Informationen zur damaligen Zeit weitergeben, vielleicht ihr Gewissen erleichtern möchten, weil sie damals möglicherweise die Dimension der Vorfälle nicht erkannt haben, können sich an diese Adressen wenden.

    Versöhnungsgottesdienst in Windesheim

    Obwohl die Verantwortlichen in der Pfarreiengemeinschaft wissen, dass das verübte Unrecht nicht wiedergutzumachen ist, wird es am 17. November 2016 einen Versöhnungsgottesdienst um 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Windesheim geben, "in dem wir den Betroffenen unsere Anteilnahme versichern und als Gemeinde Abbitte leisten". Zur Gottesdienstvorbereitung sind Interessierte am Dienstag, 25. Oktober, um 20 Uhr ins Pfarrhaus Windesheim eingeladen.

    Gabriel Ohler, der das Opfer mit dem Verein "Kinderseelen in Not" begleitet, findet die Idee grundsätzlich gut. Er fordert aber, dass am Gottesdienst auch Bischof Stephan Ackermann teilnehmen soll. Im Auftrag des Opfers, das gestern nicht erreichbar war, bestätigte Ohler, dass seitens des Bistums bereits eine finanzielle Entschädigung geflossen sei - ein Schweigegeld. Im Gegenzug wurde vereinbart, über die Geschehnisse öffentlich nicht zu sprechen.

    bj

    Abbitte und Anteilnahme: Versönungsgottestdienst für Mißbrauchsopfer in Windesheim nur dünn besuchtHeikler Fall in Windesheim: Bei Missbrauch ist auch der Bischof Ansprechpartner
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