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  • Stolpersteine erinnern an das Leid der Langenlonsheimer Juden

    Langenlonsheim. „Mit den Stolpersteinen erinnern wir uns an die Menschen in unserer Gemeinde, die unermessliches Leid ertragen mussten, Menschen, die aufgrund von Rassenwahn und einer menschenverachtenden Ideologie verfolgt und misshandelt, deportiert und ermordet wurden“, betonte Ortsbürgermeister Michael Cyfka anlässlich der Gedenksteinverlegung an den Plätzen, wo einst jüdische Bürger wohnten.

    Gunter Demnig verlegte in Langenlonsheim elf Stolpersteine an Plätzen, wo einst jüdische Mitbürger wohnten. Auf den Messingplatten der Steine sind die Namen der ehemaliger Mitbürger eingraviert.
    Gunter Demnig verlegte in Langenlonsheim elf Stolpersteine an Plätzen, wo einst jüdische Mitbürger wohnten. Auf den Messingplatten der Steine sind die Namen der ehemaliger Mitbürger eingraviert.
    Foto: Dieter Ackermann

    Langenlonsheim. „Mit den Stolpersteinen erinnern wir uns an die Menschen in unserer Gemeinde, die unermessliches Leid ertragen mussten, Menschen, die aufgrund von Rassenwahn und einer menschenverachtenden Ideologie verfolgt und misshandelt, deportiert und ermordet wurden“, betonte Ortsbürgermeister Michael Cyfka anlässlich der Gedenksteinverlegung an den Plätzen, wo einst jüdische Bürger wohnten.


    Cyfka konnte den Initiator des Projekts „Stolpersteine“, den Künstler Gunter Demnig begrüßen, der 1992 die Idee für das Konzept hatte. Mit dem Projekt, für das Demnig 2005 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet wurde, will der Künstler an die Opfer der NS-Zeit erinnern, indem er in ihrem Wohnort oder der Arbeitsstelle, kleine Gedenktafeln aus Messing in den öffentlichen Gehweg einlässt. „Diese Gedenksteinverlegung heben die Opfer aus der anonymen Masse heraus. Auf diese Weise wird ein Mahnmal geschaffen, dass nicht einfach links liegen gelassen werden kann, sondern täglich an das Leid dieser Menschen erinnert“, sagte Cyfka. Er fühlt Trauer und Erleichterung: „Trauer, weil es abscheulich ist, Menschen wegen ihrer Herkunft sowie wegen ihres jüdischen oder ihres politischen Glaubens zu quälen und umzubringen. Erleichterung, weil wir in Langenlonsheim an dieser Stelle einen Weg gehen, um dem Vergessen und Verdrängen Einhalt zu gebieten und so den Opfern Respekt zu zollen, den sie verdient haben“. Bedenklich sei, dass in den vergangenen Jahren in Deutschland rechte Parolen gerade bei Jugendlichen vielfach Gehör fanden. Dies Entwicklung zeige, dass man nicht aufhören dürfe, unsere freiheitlichen und demokratischen Werte offensiv zu verteidigen.
    Gunter Demnig sagte: „Man läuft über die Steine, und die Erinnerung wird geweckt. Man fällt nicht hin, sondern stolpert mit dem Kopf und dem Herzen.“ Valeryan Ryvlin von der jüdischen Gemeinde Bad Kreuznach machte deutlich, dass so schreckliche Verbrechen wie in der Nazizeit nie wieder geschehen dürfen. Der Bad Kreuznacher Synagogenchor (Leiterin Tatjana Feigelmann) trug einige Lieder vor, und Rabiner Sahlom Dovbr Rbinovitz gedachte der 20 getöteten Langenlonsheimer Juden. Vereinzelt flossen Tränen, als Demnig die kleinen Mahnmale verlegt. Ulli Holzhausen (Flöte), begleitete das Einbringen der Stolpersteine mit Klezmermusik. Sabine Borlinghaus und Karl-Wilhelm Höffler verlasen die Namen der einst hier lebenden Juden und zeigten Bilder. Dieter Ackermann

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    Kolumnen von

    Gerhard Engbarth

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