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    Kreis AltenkirchenKursabsturz der RWE-Aktie trifft den Kreis Altenkirchen hart

    Der Kursabsturz der RWE-Aktien wächst sich für den Kreis Altenkirchen zu einem ernsten finanziellen Problem aus.

    Das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen in Herdorf-Sassenroth finanziert sich unter anderem über Dividenden aus den RWE-Aktien. Die fallen deutlich geringer aus als früher.
    Das Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen in Herdorf-Sassenroth finanziert sich unter anderem über Dividenden aus den RWE-Aktien. Die fallen deutlich geringer aus als früher.

    Während vor Jahren die Dividenden noch üppig sprudelten, fallen die jährlichen Überweisungen aus Essen inzwischen vergleichsweise mickrig aus. Vor fünf Jahren gab es noch 4,50 Euro Dividende pro Aktie, zuletzt waren es gerade mal 2 Euro. Bei einem Aktienbesitz von rund 2,4 Millionen Aktien, die der Kreis Altenkirchen hält, macht das einen Einnahmeverlust von etwa 6 Millionen Euro aus.Bislang blickten andere Landkreise immer voller Neid auf das stattliche Aktenpaket, das der Kreis Altenkirchen am Essener Energieriesen RWE hält. Die 2,4 Millionen Stammaktien hatten Ende 2011 einen Börsenwert von 64,5 Millionen Euro. Dieses Vermögen schmilzt derzeit wie das Eis in der Sonne: Legt man den Kurs vom Mittwoch dieser Woche zugrunde (21,08 Euro), dann hat sich der Wert binnen 20 Monaten um 21 Prozent auf 50,8 Millionen Euro verringert.

    Das hat ernste Auswirkungen auf den Kreishaushalt und auf die Stellen, die unmittelbar vom Wohl und Wehe der RWE-Aktien abhängen. 289 000 Aktien sind beispielsweise bei dem Eigenbetrieb „Kulturelle Einrichtungen" geparkt. Unter dessen Dach befinden sich die Musikschule, die Volkshochschule und das Bergbaumuseum in Herdorf-Sassenroth. In seiner jüngsten Sitzung musste der Kreistag daher den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr nach unten korrigieren. Das Defizit erhöht sich von ursprünglich 333 356 Euro auf 389 756 Euro. Die Kreisverwaltung hat dabei auch berücksichtigt, dass die Dividende wohl noch einmal um 27 000 Euro geringer ausfallen wird – bezogen auf die 289 000 Aktien, die der Eigenbetrieb hält.

    Auch wenn sich etliche Redner im Kreistag ausdrücklich zu den kulturellen Einrichtungen bekannten, wurde doch deutlich, dass sich die Politiker bald grundsätzliche Gedanken über das bisherige Finanzierungsmodell über Aktiendividenden machen müssen. Landrat Michael Lieber kündigte schon mal an, dass man die Musikschulgebühren in ein, zwei Jahren noch einmal wird anheben müssen. Friedhelm Zöllner (CDU) warnte schon mal vor Schließungsplänen und zitierte Otto Schily: „Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit."

    Schon fast existenzielle Folgen hat der Absturz des RWE-Aktienkurses für die Vermögensverwaltungsgesellschaft, die der Kreis einst gegründet hatte. Diese GmbH besitzt die Grundstücke für die beiden Krankenhäuser in Altenkirchen und in Kirchen und finanziert sich ausschließlich aus den Einnahmen, die sie durch RWE-Dividenden erzielt. Dieses Unternehmen hält 784 667 RWE-Aktien, was zur Folge hat, dass die rückläufigen Dividendeneinnahmen sogar die Zahlungsfähigkeit der GmbH ernsthaft in Gefahr bringen und eine bilanzielle Überschuldung zu befürchten ist. Die Koblenzer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dornbach, die im Auftrag der Kreisverwaltung nun Lösungsmöglichkeiten finden sollte, untersuchte daher auch die komplette Liquidation der Vermögensgesellschaft als eine Option.

    So schlimm kommt es nun doch nicht: Der Kreistag beschloss einstimmig zwei Maßnahmen, die das angeschlagene Unternehmen retten sollen. Zum einen wird ein langfristiges Darlehen über 5,2 Millionen Euro bei der Kreissparkasse in ein Festdarlehen umgewandelt, was die Ausgaben der Gesellschaft um 269 000 Euro pro Jahr senkt. Zum anderen senkt der Kreis den Zinssatz eines Darlehens, das er selbst der Vermögensgesellschaft gewährte hatte, von 4,84 Prozent auf die derzeit marktüblichen rund 2 Prozent. Das führt zu Einsparungen von jährlich rund 450 000 Euro, haben die Wirtschaftsprüfer ausgerechnet. Die Darlehen hatte die GmbH benötigt, um überhaupt die Aktienpakete erwerben zu können.

    Dornbach hat auch ausgerechnet, welche Dividendenhöhe die Vermögensgesellschaft benötigt, um finanziell hinzukommen: 2,90 Euro pro Aktie. Zuletzt betrug die Dividende 2 Euro. Folge: Die Firma musste zwei Mietshäuser in Altenkirchen verkaufen, um über die Runden zu kommen. (mp)

    Altenkirchen Betzdorf
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