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  • Krebskrankes Kind will ins Guinessbuch: Firmen fallen auf Kettenbrief rein

    Kreis Altenkirchen - Viele Firmen aus dem Kreis Altenkirchen fallen derzeit auf einen Kettenbrief herein, mit dem angeblich der sehnliche Wunsch eines siebenjährigen krebskranken Jungen erfüllt werden soll. Dieses Kind allerdings hat es nie gegeben.

    Auch eine Firma aus Hamm hat den Kettenbrief weitergeleitet.
    Auch eine Firma aus Hamm hat den Kettenbrief weitergeleitet.

    Von unserem Redakteur Marcelo Peerenboom

    In dem Schreiben, das derzeit in der Region herumgeistert, heißt es: "Der Wunsch des Kindes ist es, mit dem längsten Kettenbrief in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen zu werden. Wir möchten Sie daher bitten, die Unterlagen im Anhang an insgesamt zehn Unternehmen, Schulen, Behörden, Ärzte oder Krankenhäuser weiterzuleiten. Wie aus den Unterlagen ersichtlich wurde die Versandkette bisher nicht unterbrochen." Im letzten Absatz des Briefes, der aktuell vielen Firmen aus den Tisch flattert, werden die Empfänger dazu aufgerufen, dem Landesklinikum Donauregion Tulln mitzuteilen, an wen die Unterlagen weitergeleitet wurden.

    Auch die Firma Hassel in Hamm hat diesen Brief erhalten. Dort hätte man den vermeintlichen Wunsch beinahe erfüllt, wurde allerdings stutzig. Ein paar Klicks im Internet führten die Chefin auf die Seite des Landesklinikums Tulln an der Donau. Und dort findet sich folgender Hinweis: "Wir weisen darauf hin, dass es dieses Kind nicht gibt. Die hinter diesem Kettenbrief stehende Motivation und der Zusammenhang mit dem Landesklinikum Tulln sind uns nicht bekannt. Der Fall ist bereits bei den Spam- und Betrugsexperten der TU Berlin aktenkundig."

    Das Bemerkenswerte: Der Kettenbrief kursiert mittlerweile seit 14 Jahren. Und Millionen sind bisher darauf hereingefallen. Die Postflut, die seitdem über das Krankenhaus in der österreichischen Donauregion hereinbricht, ebbt nicht ab. An Spitzentagen muss der Postbote bis zu 100 Briefe in die Klinik schleppen. Mit dem Briefporto, das seither sinnlos verschwendet wurde, hätte in der Krebsforschung viel Sinnvolles getan werden können. Wie ein Sprecher des Krankenhauses mitteilt, sind ein bis zwei Mitarbeiter jeden Tag zwei Stunden mit der Bearbeitung der Briefe, E-Mails und Firmenanfragen beschäftigt. Die Briefe selbst landen übrigens im Müll - das Landesklinikum kann mit ihnen nichts anfangen. Auch die unendlich vielen Adressen, die als Anhang an die Schreiben beigefügt sind, verwendet die Tullner Einrichtung nicht. Wer den Kettenbrief vor 14 Jahren in Umlauf gebracht hat und welche Motivation derjenige gehabt hat, ist nach wie vor ungeklärt.

    Obwohl immer wieder Medien über den Fall berichten, ist die Kette offenbar nicht zu unterbrechen. Die Rhein-Zeitung hatte überregional im Januar 2013 das Auftauchen des Briefes im Kreis Ahrweiler aufgegriffen und vor dem Weiterleiten gewarnt. Das hat allerdings Unternehmen und Institutionen aus dem Westerwald nicht daran gehindert, dem Übeltäter auf den Leim zu gehen. Selbst ein hiesiger Verein, der sich um Kinderkrebshilfe kümmert, erfüllte mit Schreiben vom 15. April den frei erfundenen Wunsch des angeblich krebskranken Jungen und teilte dem Landesklinikum mit, an welche zehn Adressen er das Schreiben weitergeleitet hat. Über andere Kanäle ging die Post an Unternehmen in Fürthen, an die Integrierte Gesamtschule in Hamm, an Unternehmen in Betzdorf, in Wissen, Altenkirchen und Wölmersen.

    Die eindringliche Bitte des Krankenhauses lautet: "Sollten Sie den Kettenbrief erhalten, bitten wir Sie daher, diesen nicht zu beantworten oder weiterzuleiten." Die Redaktion des Guinness-Buchs der Rekorde hat übrigens schon in den 90er-Jahren beschlossen, solche Rekorde nicht zu akzeptieren, die das vorgebliche Ziel des Kettenbriefs sind. Selbst wenn es das Kind also gegeben hätte, wäre es damit nie ins Weltrekordbuch gekommen.

    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Marcelo Peerenboom (mp)
    Redaktionsleiter
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    Sabrina Rödder (srö)
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