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  • Nach dem Video: Polizei rät Tierquäler zum Abtauchen

    Betzdorf. Nach der Veröffentlichung des Tierquälervideo fürchtet die Polizei um die Sicherheit des Mannes, der beim gefühllosen Einschlagen auf einen Hundewelpen zu sehen ist. Er soll vorübergehend abtauchen. Die Urteile für solche Fälle von Tierquälerei gehen weit auseinander.

    In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.
    In dem Video (hier ein Screenshot) ist zu sehen, wie der Mann dem Hundewelpen immer wieder Schläge verpasst.

    Der Film zeigt den Mann aus der Verbandsgemeinde Betzdorf dabei, wie er einen kleinen Hund am Nacken packt und ihn mehrfach brutal auf den Kopf schlägt.

    Hass pur: Reaktionen auf der Facebook-Pinnwand des 20-Jährigen, nachdem das Video Kreise gezogen hat, das ihn beim brutalen Quälen des Hundes zeigt. 
    Hass pur: Reaktionen auf der Facebook-Pinnwand des 20-Jährigen, nachdem das Video Kreise gezogen hat, das ihn beim brutalen Quälen des Hundes zeigt. 

    Update: 100.000 Facebooker reingelegt: Welche absurden Auswüchse Video und Debatte darum am Wochenende hatte

    Das Video kursierte am Freitag auf immer mehr Seiten im Netz. Bei der Betzdorfer Polizei stand das Telefon nicht mehr still. Auch andere Dienststellen, sogar in München, wurden mit weiteren Strafanzeigen zu dem Fall konfrontiert. Die Betzdorfer Beamten stellen daher klar: "Alle strafrechtlich relevanten Möglichkeiten werden ausgeschöpft. Der Fall hatte und hat Priorität.“

    Wie die Polizei berichtet, hatte die Ex-Freundin den 20-Jährigen bereits am 17. Februar angezeigt. Demnach hatte sie das Video von ihm per „WhatsApp" auf ihr Handy geschickt bekommen. Er kündigte dort an, „den Bastard zu töten" und drohte jedem, der ihn provoziert, würde es genauso ergehen. Die Polizei rückte am 17. Februar sofort aus, nahm den Hund mit und übergab ihn in die Obhut einer Tierschutzvereinigung. Ein Tierarzt stellte eine Gehirnerschütterung und eine Prellung am Auge fest, zudem fehlte dem Tier ein Zahn. Der Mann kam noch am 17. Februar für einige Tage in eine psychiatrische Einrichtung.

    Strafverfahren läuft

    „Fest steht bereits, dass der 20-Jährige seinen Hund nie mehr wiedersehen wird", heißt es von der Polizei. Der Täter wird sich einem Strafverfahren stellen müssen. Inzwischen muss die Polizei aber erst einmal für seine Sicherheit sorgen - und muss auch noch andere Ermittlungen in dem Fall führen. Seine Adresse war vielfach verbreitet worden, nachdem das Video ins Netz gewandert war. Wer es hochgeladen hat oder hochlädt, muss mit einem Strafverfahren rechnen. Dazu gab es auch Lynchaufrufe, die Polizei fährt zumindest verstärkt Streife an seiner Adresse. Sie will dem Mann nahelegen, vorerst woanders unterzukommen. Möglicherweise ist er das auch bereits - angetroffen hatten ihn die Polizisten bis zum Freitagmittag nicht.

    Welches Strafmaß ist angemessen?

    Kaum hatte die RZ auch auf ihrer Facebookseite über den Fall berichtet, begann eine lebhafte Diskussion über Tierquälerei. Etliche Einträge waren dabei selbst Straftatbestände und wurden gelöscht. Häufig befassten sich die Einträge mit der Frage, welches Strafmaß ein Täter für Tierquälerei zu erwarten hat.

    In Deutschland sind im Tierschutzgesetz bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafe vorgesehen, wenn jemand ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.* Zusätzlich kann auch noch die Sachbeschädigung in Frage kommen. Tiere sind zwar nach dem Gesetz keine Sachen, es gelten aber Vorschriften wie für Sachen, sie können demnach "zerstört oder beschädigt" werden: Das gilt, wenn das Tier nicht dem Täter gehört. Es greift aber bei einer Tierquälerei, nur zusätzlich, und bei einer Tierquälerei muss anders als bei einer Sachbeschädigung von Amts wegen ermittelt werden muss.

    Die Gerichte urteilen unterschiedlich: Das Amtsgericht München verurteilte 2011 einen Mann, der eine Katze zu Tode gequält hatte, zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Ein Täter, der Katzenbabys getötet hatte, wurde vom Amtsgericht Reinbek 2012 zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt, auch ein Mann, der einen Schäferhund aus dem vierten Stock warf, erhielt in Düsseldorf nur eine Geldstrafe von 1000 Euro in 100 Tagessätzen – wegen „Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“. Das Amtsgericht Wetzlar verurteilte 2007 einen Mann, der ein Schaf brutal getötet hatte, zu einer dreijährigen Haftstrafe und zu 150 Sozialstunden. (mp)

    *Wir hatten an dieser Stelle zunächst die österreichische Gesetzeslage zitiert. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen und bedanken uns für den Hinweis.

     

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