Zentrale Behördennummer: Unter 115 gibt es Auskunft zu vielen wichtigen Fragen
Koblenz - „Hier werden Sie geholfen“ würde Verona Pooth als Werbebootschaft säuseln – und läge damit goldrichtig. Denn unter der einheitlichen Behördennummer 115 erhalten Koblenzer Bürger seit Montag Auskünfte zu Anliegen, und zwar egal, ob dies kommunale, Landes- oder Bundesfragen betrifft. Nach Trier ist Koblenz die zweite Stadt im Land, die sich dem Projekt „D115“ angeschlossen hat. Mainz und Ludwigshafen sollen bald folgen.
Aufgesprungen auf den Service-Zug ist Koblenz nicht zuletzt, weil das Land der Stadt diesen Schritt mit einem finanziellen Zuschuss in Höhe von 330 000 Euro aus dem Konjunkturpaket erleichtert hat. Damit war ein Großteil der Investition für die notwendige technische Ausstattung abgegolten. Personalkosten entstehen in Höhe von etwa 14 000 Euro jährlich, da durch Umstrukturierung in der Verwaltung nur eine weitere Halbtagsstelle neu geschaffen werden musste. Insgesamt ist das Koblenzer Servicecenter mit 4,5 Stellen besetzt.
Was kann die neue Service-Nummer? Ob es um die Beantragung eines neuen Personalausweises, die Reservierung für ein Wunschkennzeichen, um einen Bafög- oder den Rentenantrag geht: Für alle Verwaltungsfragen müssen sich die Koblenzer künftig nur noch eine Nummer merken. Das gilt auch für Fragen, die nicht die Stadtverwaltung Koblenz betreffen, sondern auch Landesbehörden und Bundesbehörden.
Wie funktioniert das Service-Center? Die Mitarbeiter haben Zugriff auf eine verwaltungsinterne Datenbank und können durch die Eingabe von Schlagwörtern schnell Antworten auf die Bürgerfragen finden. In der Regel soll dies in zwei, drei Minuten passieren. Wenn eine Anfrage weitergeleitet werden muss, erhält der Anrufer innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung – je nach Wunsch per Mail, Fax oder Rückruf. Zudem sind die Datenbanken aller teilnehmenden Kommunen und der Landes- und Bundesbehörden miteinander vernetzt. Auf diese Weise kann beispielsweise das Service-Center Trier auch Fragen zur Koblenzer Buga beantworten.
Ist ein Anruf bei der 115 kostenlos? Nein. Aus dem Festnetz der Deutschen Telekom kostet ein Anruf 7 Cent die Minute, die Tarife aus den Mobilfunknetzen liegen derzeit überwiegend zwischen 17 und 29 Cent pro Minute.
Können auch Einwohner der umliegenden Kommunen die 115 anwählen? Das geht bewusst nicht. Der Zugang ist auf die Vorwahlnummern von Koblenz und den Stadtteilen beschränkt, zumindest was das Festnetz anbelangt. Überschneidungen gibt es bei Winningen. Wer mit dem Handy anruft, kann die 115 dagegen zum Teil auch von nahen Nachbarkommunen erreichen, da eine Beschränkung über die Sendemasten erfolgt und hier eine engere, stadtgrenzengenaue Abgrenzung nicht möglich ist. Wer außerhalb von Koblenz die 115 wählt, landet bei einer Bandansage. Hintergrund: Es sollen nur die Bürger von dem Service-Angebot profitieren, deren Kommune auch für selbiges zahlt.















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