Stadt will Käufer für Denkmäler suchen
Koblenz - Einige Schmuckstücke der Altstadt könnten in private Hände gehen: Die Stadt will sich auf die Suche nach Käufern für den Bürresheimer Hof, das Mittelrhein-Museum und das Dreikönigenhaus machen. Die bisherigen Standorte von Jugendbibliothek, Museum und Stadtbibliothek werden ab Mitte 2013 nicht mehr benötigt, wenn die Einrichtungen in den neuen Kulturbau auf dem Zentralplatz umziehen können.
Noch schließt die Stadt nicht aus, dass sie die Gebäude eventuell selbst nutzt, aber bei den Grundsatzbeschlüssen für den Zentralplatz ist der Verkauf der drei Immobilien bereits einkalkuliert. Entsprechende Erlöse sind im Budget eingestellt. Der Stadtrat soll jetzt in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag darüber entscheiden, ob ein sogenanntes Interessensbekundungsverfahren eingeleitet werden soll: Anzeigen sollen geschaltet, Projektentwickler angesprochen, die Immobilien im Internet dargestellt werden.
Schon jetzt haben sich "durchaus ernst zu nehmende Erstkontakte" mit privaten Investoren ergeben, die sich für den Erwerb einzelner Immobilien interessieren. Entscheidende Faktoren sind neben der Bonität der Käufer ihre Bereitschaft, die alten Bauwerke verpflichtend zu sanieren und dabei die Anforderungen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.
Ob der Rat bereit ist, über den Verkauf der Immobilien nachzudenken, hängt laut Stadt vor allem von der Qualität der Nachnutzung ab. Diese sollte nicht rein privat sein, sondern teilweise auch öffentlich, damit die Gebäude der Öffentlichkeit nicht völlig entzogen werden. Denkbar wären zum Beispiel eine Gastronomie, eine Galerie oder Ähnliches, die zwar von Privatpersonen betrieben würden, die aber den Bürgern ermöglichen würden, die historischen Bauten weiterhin zu nutzen. Außerdem sollen die Nutzungen einen Mehrwert für die Altstadt bringen und sich in die Struktur der bisherigen Nutzungen in der Innenstadt einfügen.
Wie viele potenzielle Investoren es für ein solches Projekt gibt, ist noch unklar. Deshalb will die Stadt mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit nun in einem ersten Schritt ermitteln, wie viele Käufer Interesse daran hätten, Bürresheimer Hof, Mittelrhein-Museum oder Dreikönigenhaus zu kaufen, zu sanieren und der Öffentlichkeit zumindest teilweise zugänglich zu machen. Eine Entscheidung will die Stadt davon abhängig machen, ob das Nachnutzungskonzept überzeugt. Der Verkaufspreis sollte auskömmlich sein, ist aber nicht das alleinige Kriterium.
Stephanie Mersmann















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