Sitzungskarneval in Gefahr? Narren fürchten Prüfung Dutzender Hallen
Koblenz - 2013 könnte ein Jahr ohne Sitzungskarneval in Koblenz werden - ein Schreckensszenario für alle Narren, das AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich da entworfen hat. Viele Veranstaltungsorte seien fraglich, klagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval.
Möhlich war bei der Veranstaltungsreihe "60 Minuten SPD - im Dialog" zu Gast. Die Stadt relativiert die Befürchtungen allerdings: So dramatisch scheint es nicht zu werden.
Hintergrund sind die verschärften Sicherheitsauflagen für städtische Hallen. In den nächsten Monaten werden mehrere Dutzend Sporthallen in der ganzen Stadt unter die Lupe genommen (die RZ berichtete). Außerschulische Veranstaltungen in einer Schulsporthalle oder -aula sollen nur noch möglich sein, wenn eine Baugenehmigung für das Objekt vorliegt, die besagt, dass ein Bau als Mehrzweckhalle genutzt werden darf. Wo Handlungsbedarf besteht - zum Beispiel beim Brandschutz, bei der Entlüftung oder den Fluchtwegen - will die Stadt "im Rahmen ihrer Möglichkeiten" aktiv werden, heißt es aus der Pressestelle der Stadt.
"Es gilt als Ziel, den Vereinen die Nutzung von Hallen weitestgehend wie gehabt zu ermöglichen und die Sicherheit der Nutzer im notwendigen Umfang sicherzustellen", sagt Pressereferent Heiko Breitbarth. Bis es so weit ist und eventuelle Mängel behoben sind, wird für jede Veranstaltung im Einzelfall entschieden, ob und gegebenenfalls unter welchen Zusatzanforderungen sie in der entsprechenden Halle stattfinden kann. Beispielsweise kann die Stadt fordern, dass die Stühle anders aufgestellt werden, damit ausreichend große Fluchtwege zur Verfügung stehen. Um hier Lösungen zu finden, bittet die Stadt die Veranstalter, sich frühzeitig an die zuständigen Stellen zu wenden.
Grund für diese Entwicklung ist ein neues Sicherheitskonzept der Stadt, das laut David Langner, Vorsitzender der Koblenzer SPD, zurzeit von Feuerwehr, Ordnungsamt und Koblenz-Touristik erarbeitet wird. Das Konzept soll den Erfahrungen bei der Loveparade in Duisburg Rechnung tragen, wo bei einer Massenpanik 19 Menschen starben. AKK-Chef Möhlich befürchtet allerdings, dass die Bestimmungen übertrieben werden und viele Vereine ihre traditionellen Veranstaltungen zukünftig nicht mehr durchführen können.
Langner will sich des Themas annehmen. Er habe bereits bei "Rhein in Flammen" im vergangenen Jahres ähnliche Erfahrungen gemacht, als die Hafenmole am Pfaffendorfer Rheinhafen gesperrt wurde. "Es muss eine Lösung geben, die weiterhin mit gutem Gewissen Veranstaltungen von ehrenamtlich organisierten Festen und Veranstaltungen möglich macht", sagte Langner.
Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann















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