Rhein-Mosel-Halle: Kritik an schlechter Zeitplanung
Koblenz - Wer trägt die Schuld für den katastrophalen Verlauf der Großbaustelle Rhein-Mosel-Halle, der für viele Veranstalter so herbe Folgen hat? Auf eine Initiative aus der CDU-Fraktion wurde eine Sondersitzung des Stadtrats zu dieser Frage angesetzt.
Am Freitag mussten Bert Flöck, als Chef der Koblenz-Touristik der Bauherr, sowie drei Vertreter des Büros von Canal, das als Generalplaner für die Baustelle verantwortlich zeichnet, dem Rat Rede und Antwort stehen.
Probleme gleich zu Anfang
Sie warteten mit einer Fülle von Daten und Details zum Projekt auf. Und sie berichteten von gravierenden Problemen, die sich erst im Laufe der Bauausführung ergeben hätten, die vor allem in den Widrigkeiten des öffentlichen Vergaberechts begründet seien. Zunächst verwies Flöck auf eine Beschwerde, die gleich zu Anfang gegen die Auftragsvergabe an das Büro von Canal von einem Mitbewerber erhoben worden sei. Diese blieb letztlich erfolglos, habe aber viel Zeit gekostet. Beim Bau selbst sei es gleich in den ersten Abschnitten zu Verzögerungen gekommen. Diese hätten dann viele weitere Probleme folgen lassen.
Und das bei einem äußerst eng zugeschnittenen Zeitplan, wie Alexander von Canal betonte. 13 Monate waren für die Fertigstellung angesetzt, die Buga-Eröffnung die Ziellinie. Ein Zeitplan, der drei Mal nachgebessert werden musste. "Wir haben drei Termine benannt und mussten drei Mal Lehrgeld bezahlen", sagte Horst Keller, der Projektleiter im Büro von Canal.
Und genau an der Stelle setzt die deutliche Kritik des Stadtrats an: War die Bauzeit nicht von vorne herein viel zu optimistisch kalkuliert? "Kamen nicht früh Zweifel an der Zeitachse?", fragte etwa Mark Scherhag (CDU). Gerade angesichts eines Baus aus den 1960er-Jahren - mit vielen zu erwartenden Problemen, wie Hans-Jörg Assenmacher (CDU) nachhakte. "Ich bin überrascht, dass Sie von den Problemen so überrascht wurden", so Manfred Gniffke (FBG).
Ebenso überrascht zeigte sich auch Andrea Mehlbreuer (Grüne), dass man erst mitten im Bau bemerkt habe, dass man keine ausreichenden Pläne des bestehenden Gebäudes hatte. "Da weiß ich doch gar nicht, was auf mich zukommt." Dem widersprach von Canal: Die vorhandenen Pläne seien für die Anfangsplanung ausreichend gewesen. Erst als man mehr in die Tiefe gegangen sei, habe man nachbessern müssen.
Und so seien viele der Punkte für die Planer nicht vorhersehbar gewesen, betonten diese in der Sitzung immer wieder. Vom Zustand der Decke bis hin zu Fragen des Lärmschutzes seien Punkte aufgetaucht, die die Planung durcheinandergewirbelt hätten. Hinzu seien große Schwierigkeiten mit Baufirmen gekommen, die Schwächen des Vergaberechts für sich ausgenutzt hätten. Da werde am untersten Level kalkuliert - teilweise unter einer möglichen Kostendeckung. Und dann werde an allen möglichen Stellen getrickst, um Nachträge geltend machen zu können, wie Keller berichtete. Das gelte zwar natürlich nicht für alle Firmen. Aber mehrfach habe man Aufträge kündigen und neu ausschreiben müssen. Und: Einige Firmen hätten auch einfach Fehler gemacht, wie Stefan Pfunder vom Büro von Canal betonte. Auch das habe Zeit gekostet.















Diesen Artikel versenden