Mit dem Rollstuhl über die Bundesgartenschau
Koblenz - Katrin Püschel ächzt, als sie die Rampe zur Seilbahn mit dem Rollstuhl hochfährt: "Die ist wirklich ziemlich steil für meine Verhältnisse." Die 42-jährige Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz will testen, wie barrierefrei die Buga wirklich ist.
Seit dem Jahr 2004 weiß sie, dass sie Multiple Sklerose hat, eine Autoimmunkrankheit, die in Form von schubartigen Nervenentzündungen auftritt. Seit Kurzem ist sie für weitere Strecken auf den Rollstuhl angewiesen: "Früher habe ich mich vor der Hilfe gescheut, aber mittlerweile bin ich richtig froh, wieder ganz alltägliche Dinge wie diesen Besuch der Buga machen zu können."
Am Eingang der Basilika St. Kastor kann Katrin Püschel problemlos durch. Lediglich der Rollsplitt, der größtenteils im Blumenhof am Deutschen Eck auf den Gehwegen liegt, sowie das Kopfsteinpflaster machen ihr Probleme bei der Fahrt. Nicht zu unterschätzen sind auch die Steigungen, die man als Fußgänger nicht bemerkt. Solche findet man beispielsweise am Blumenhof oder überall auf der Festung. "Ich bin aber auch noch nicht so schnell mit dem Stuhl unterwegs, heute fahre ich erst zum zweiten Mal eine größere Tour", gesteht Püschel.
Weiter geht es zum aufregendsten und augenscheinlich kompliziertesten Punkt: der Seilbahn. Als die Gehbehinderte sieht, wo sie hochfahren soll, sagt sie gleich: "Das schaffe ich niemals alleine." Kraft und Koordination lassen das noch nicht zu, zumindest bei unerfahrenen Rollstuhlbenutzern. Stattdessen wird sie hochgeschoben. "Ich finde es witzig, dass diejenigen, die mich schieben, immer den Lieferantengang haben: schnell und energisch. Als würden sie ein Päckchen ausliefern", erklärt sie lachend.
Durch den Seiteneingang, ein kleines Tor, gelangt sie zur Seilbahnplattform. Dort wird sie von einem der Helfer angesprochen: "Am besten, Sie warten hier, ich rufe Sie, wenn die Gondel bereit ist. Wir fahren Sie rückwärts hinein, dann kommen Sie nachher besser raus." Gesagt, getan: Innerhalb weniger Sekunden zieht er Katrin Püschel in eine der Gondeln.
Auch der Ausstieg macht keine Probleme. "Bei der Planung der Buga wurden Behinderte mit einbezogen. Sie konnten genau vorhersagen, wo es Schwierigkeiten geben könnte und wo nicht", erklärt Püschel auf dem Weg Richtung Aussichtsplattform. Als sie die nächste Rampe und die Steigungen des Holzgebildes sieht, muss sie wieder kapitulieren. Es gibt trotz aller Bemühungen auf der Buga einige Aktivitäten, die für sie nur schwer zu bewältigen sind, zum Beispiel alleine diese Rampe herunterzufahren. An deren Ende fehlt nämlich ein Geländer oder eine Begrenzung. In der Mitte der Plattform angekommen, genießt sie aber die Aussicht über die Stadt.















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