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Koblenz entwickelt Perspektiven für die "Zeit danach"

Koblenz - Ab sofort gilt es, aus dem "Buga-Effekt" auch in der nahen Zukunft etwas zu machen. Leicht wird das nicht. Auch wenn in der Region Mittelrhein die Uhren gelegentlich anders gehen, kann sie sich nicht von den weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen abkoppeln. Was Trendforscher Prof. Peter Wippermann für Koblenz zu verkünden hat, klingt nicht immer verheißungsvoll.

Schon bald werden die letzten Buga-Blumen verblüht sein. Dann gilt es, die Neugestaltung „weiterzudenken“ und auf die angrenzenden Stadtteile wie zum Beispiel Lützel auszudehnen.
Frey-Pressebild

Koblenz 2020: Das war das Thema des vorletzten Vortragsabends der Buga-Reihe "Grüne Stadt am Wasser", der eben nicht nur vom Optimismus, sondern auch von Zukunftsängsten geprägt war. Zwar sieht Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig die Stadt vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Dienstleistungen, Kultur und Freizeitwert sehr gut aufgestellt, doch gibt es Entwicklungen, die weder Rat noch Verwaltung beeinflussen können. Der erwartete bundesweite Bevölkerungsrückgang ist noch das geringste Problem. Auch dank der massiven Investitionen der jüngsten Vergangenheit dürfte die Einwohnerzahl in Koblenz in den kommenden Jahren stabil bleiben. Das zentrale Problem liegt auf dem Immobilienmarkt.

Auch in Koblenz ist bezahlbarer Wohnraum ein knappes Gut geworden. Für Peter Wippermann liegt das auch an der hohen Quote von Singlehaushalten, die in Koblenz stolze 48 Prozent erreicht. Das sind zwar weniger als beim bundesweiten Vorreiter Regensburg (55,8 Prozent), doch reicht es immer noch für einen Platz im oberen Drittel. Die Folge: Kleine Standardwohnungen fehlen. Da sich in diesem Sektor private Investoren zurückhalten, stehen öffentliche Bauträger und auch die Wohnungsgenossenschaften vor enormen Herausforderungen.

Wippermanns Vortrag zeigte: Wenn die Bautätigkeit in diesem Bereich nicht zunimmt, droht die Gefahr, dass ein Phänomen aus den Metropolen auf Koblenz übergreift: die systematische Entmietung. Das bedeutet vor allem, dass alternde Menschen, die eine deutlich schlechtere Rente haben als ihre Eltern, wegziehen müssen, weil sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können. Für Koblenz heißt das: Die auf die Buga aufbauenden Planungen sollten genutzt werden, genau das zu verhindern.

In der Diskussionrunde, in der Stephan Wefelscheid (BIZ) an kaum vorhandene finanzielle Spielräume erinnerte, forderten die Ratsmitglieder Nils Wiechmann (Grüne) und Marion Lipinski-Naumann den Umbau im Bestand und einen besseren ÖPNV. Mit ihrer Absage an einen "Masterplan" für den Stadtumbau handelte sich die SPD-Ratsfrau aber auch Kritik ein. Denn der Abend mit vielen Zuhörern im Rathaussaal ließ trotz der gelungenen Buga eine Leitlinie für die Zukunft vermissen - die auch neue Arbeitsplätze bringen soll. Manfred Diehl (CDU) sah dagegen Potenzial im Branchenmix und hob die Chancen im Tourismus und im Gesundheitssektor hervor. Während Manfred Gniffke (FBG) vor allem Kleingewerbe fördern will, vermisst Birgit Hoernchen (FDP) den großen Wurf in der Wirtschaftsförderung. Das wurde angesichts der jüngsten Erfolge (Stichwort TZK) heftig kritisiert.

 

Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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Leserkommentare (3)

1
von Brigitte vom 13.10 - 07:33 Uhr
[QUOTE]Immobilienmarkt. Auch in Koblenz ist bezahlbarer Wohnraum ein knappes Gut geworden. Für Peter Wippermann liegt das auch an der hohen Quote ...
2
von Koblenz-Talke(r) vom 13.10 - 10:14 Uhr
SORRY - kann Überschrift nicht ändern - soll natürlich "demografischer Wandel" heißen Wenn ich diesen Artikel lese, dann habe ich das Gefühl - ...

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