Jahresrückblick Kultur: 2011 brachte Kultur mit "Flatrate"
Koblenz - In einem sind sich wohl alle einig: So viel Kultur war in Koblenz wohl noch nie zu haben. Die wichtigen vier Buchstaben des Jahres: B-U-G-A. Die Dauerkarte, die schon zum Kult-Weihnachtsgeschenk 2010 avanciert war, bevor klar war, was auf dem Programm so alles zu sehen sein würde, machte Koblenzer massenweise zu wahren Kulturjüngern.
Schwelgen wir einfach mal in Erinnerungen: Los ging es mit einem fantastischen Eröffnungskonzert am Deutschen Eck. Weil die Nation über TV zusehen konnte, wurde für die Klänge der Rheinischen Philharmonie mal eben so der Zugverkehr kurz angehalten - wie schön, wenn die Prioritäten mal so herum gesetzt werden. Bei der Buga-Kultur gaben sich die Veranstalter die Klinke in die Hand: Das Café Hahn feierte 30-Jähriges mit 30 Veranstaltungen mit großer Bandbreite, die Rheinische erfreute mit großen Sinfoniekonzerten und Auftritten in Kammerbesetzung an kleinen Spielorten. Das Theater belebte mit den megaerfolgreichen Aufführungen der "West Side Story" im Retirierten Graben der Festung (rund 10 000 Besucher kamen allein zu diesem Musical) die Diskussion wieder, ob sich Koblenz noch einmal wird Festungsspiele leisten wollen und können. Ein Shakespeare-Projekt des Theaters, als kleines Stationenspiel hinter dem Schloss konzipiert, zog bald Hunderte von Schaulustigen hinter sich her, ein Kindertheaterprojekt für die ganz Kleinen fand ebenso viele Zuschauer.
Wenn so viele Veranstalter geradezu um gute Sende- und Konzerttermine buhlen, konnte man sich als Koblenzer schon mal als Hauptstädter in Sachen Kultur fühlen: Der Kultursommer (Kuso) wurde auf dem Buga-Gelände eröffnet und brachte außer den gewohnten Kuso-Straßentheatergruppen und Walk-Acts auch ein neues Festival mit riesigem Potenzial: die "Lichtströme". Die ganze Festung, inszeniert von Lichtkünstlern verschiedenster Herkunft und Ausführung - ein Experiment, das Zigtausende auf die Festung zog und bis spät in die Nacht zum großen Lichtkunstparcours machte.
Ob Kuso-Eröffnung oder Horizonte-Festival: Wer in diesem Jahr auf die Buga lud, bekam massenhaften Zuspruch. Aber nicht nur zielgerichtete Besucher waren zu verzeichnen: Das kühle Getränk zum Feierabend mit angeschlossener Kultur am RZ-Forum am Deutschen Eck wurde zum Sommergenuss - die Besucher erlebten Kultur per Dauerkarte quasi per Flatrate. Da war dann auch ganz egal, ob dort das örtliche Akkordeonorchester aufspielte, Blues und Swing oder Chöre jeglicher Provenienz: Erlaubt war, was gefiel - und im Prachtsommer gefiel eigentlich alles. Ein schönes Koblenz-Erlebnis auch für die vielen Gast-Ensembles, die auf der Buga sangen, tanzten und aufspielten: Für alle fand sich Publikum, es musste schon ein verheerender Sturm vorbeikommen, um die Bühnen auf dem Gelände einmal zu entvölkern.
















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