In Mensa und Halle ist es zu laut
Weißenthurm - An Gymnastikhalle und Mensa der Grundschule Weißenthurm, erst 2010 eingeweiht, muss nachgebessert werden. Die Räume sind zu laut.
Wie das passieren konnte, was jetzt noch zu tun ist, und vor allem: ob sich die erneuten Bauarbeiten nicht von vorn herein hätten vermeiden lassen - das war jetzt Thema im Stadtrat. Fakt ist: Der Lärmpegel in den beiden neuen Gebäudeteilen ist enorm, wenn die Schüler dort turnen, tanzen und zu Mittag essen. Schulleiter Thomas Stein und dem Kollegium fiel das bald auf, nachdem sie mit ihren Klassen in die Räume eingezogen waren. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die Mensa und Gymnastikhalle in Absprache mit der Stadt begutachtete, bestätigte den Eindruck der Pädagogen: Die Widerhallzeiten in den Räumen sind zu lang, liegen über den Richtwerten. "Ein längerer Aufenthalt ist unerträglich", wie Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG), zugibt.
Warum? Weil Möbel und Boden in der Mensa aus hygienischen Gründen so ausgewählt wurden, dass sie abwaschbar sind. Weil in der Gymnastikhalle auf die für Ballspiele gedachte Prallschutzwand, in der Planung zunächst vorgesehen, auf Anregung von Rektor Stein verzichtet wurde. Weil in beide Räume, vier bis fünf Meter hoch und verglast, außer einem wärmedämmenden Vlies unter der Holzdecke kein Schallschutz eingebaut ist.
Ein Planungsfehler? Diese Frage stellte vor allem die SPD-Fraktion bei der Ratssitzung immer wieder in den Raum. Das glatte Möbel schallen, weiß man doch vorher, merken SPDler an. Dass über die Ausstattung einer Gymnastikhalle nicht der Schulleiter zu entscheiden hat, sondern dass es dafür Richtlinien gebe, sagt Christian Diether. Außerdem: "Der Architekt muss die Vorschriften und Werte im Blick behalten."
Die Verwaltung, allen voran Stadtbürgermeister Gerd Heim sowie VG-Chef Hollmann und Thomas Przybylla, Erster Beigeordneter der VG, verteidigen ihr Vorgehen. Przybylla sagt: "Wir wollten uns erst mal die Praxis angucken und müssen eben jetzt nachsteuern." Schulleiter Thomas Stein verzichtete aus Sparsamkeit auf die Prallschutzwände, weil laute Ballspiele sowieso in der Turnhalle stattfänden, in der Gymnastikhalle nur Tanz und leichter Sport. Er ist mit der Entwicklung ebenfalls zufrieden: "Es wurde so vieles für uns gemacht - dass da Fehler passieren, ist menschlich."
Jetzt muss die Stadt also nachlegen: Etwa 1300 Euro für Schallschutzwände aus Melaminharzschaum in der Mensa, die später ein Künstler gestalten soll - die Ausschreibung für dieses Werk erfolgt erst noch. Zudem womöglich um die 12 000 Euro für zwei Prallschutzwände - sollte der Preis immer noch in der Höhe des für den ursprünglichen Plan eingeholten Angebots liegen.















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