Endlosbaustelle Rhein-Mosel-Halle: Jetzt spricht der Architekt
Koblenz - Alexander von Canal setzt sich zur Wehr: Für die ständigen Verzögerungen beim Totalumbau der Rhein-Mosel-Halle sei nicht er, der Architekt, verantwortlich. Die Gründe liegen für ihn im öffentlichen Vergaberecht. "Wir haben unsere Fehler gemacht bei diesem Projekt, die aber zum Glück nicht zu nennenswerten Verzögerungen geführt haben", sagt der 56-Jährige im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Der Koblenzer Architekt stellt aus seiner Sicht klar: "Ich glaube, dass wir für die Stadt Koblenz ein sehr guter Partner sind und auch gewesen sind."
Viele Koblenzer sehen das anders, immer wieder prasseln Kritik und Empörung auf den Architekten und sein Büro ein - spätestens, seit kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dass auch der zuletzt genannte Fertigstellungstermin im Frühjahr 2012 nicht gehalten werden kann. Jetzt ist von der offiziellen Eröffnung im September die Rede. Damit wird das ursprüngliche Ziel um mehr als eineinhalb Jahre verpasst: Die Bauzeit steigt von anfänglich geplanten 13 Monaten auf gut 29 Monate.
Mangelnder Einsatz der Firmen
Die wesentlichen Gründe für die Verzögerungen im Bauablauf sieht von Canal in Problemen bei der Gründung des Fundaments, im frühen Winter 2010/2011 und in der vorhandenen Bausubstanz: "Das waren die ,Big Points‘." Zudem erhebt er Vorwürfe gegenüber einigen Firmen auf der Baustelle, die ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind und nicht denselben Einsatz für die "große Sache" gezeigt haben wie sein Büro und der Bauherr. Bei mehreren Gewerken wurden Verträge mit Firmen gekündigt, die dann neu ausgeschrieben werden mussten. Dadurch ging wertvolle Zeit verloren. Zuletzt sorgte die Deckenkonstruktion des Großen Saals für eine neue Verzögerung: Sie stellte sich als brandgefährlich heraus und muss nun aufwendig repariert werden. Von Canal spricht vom "Super-GAU".
Dass der ursprüngliche Zeitplan von nur 13 Monaten Bauzeit für ein solches Projekt völlig unrealistisch war, weist von Canal von sich. Gleichwohl bröckelte bei ihm schon am Anfang die Überzeugung, dass es in diesem Zeitraum zu schaffen ist. Beim Wintereinbruch im November 2010 merkte er erstmals, dass ihm die Abläufe entgleiten.
Als Architekt im öffentlichen Auftrag kann er aber auf die Vergabe von Aufträgen keinen Einfluss nehmen, sagt er: "In diesem Verfahren haben wir die zentrale Vergabestelle. Anders als beim privaten Bau dürfen wir nicht sagen: Nimm nicht den Ersten, der ist eine Katastrophe, nimm den Zweiten."
Was folgt daraus? Darf also eine Stadt wie Koblenz gar nicht mehr selbst bauen? "Solange diese Gesetzgebung in der öffentlichen Ausschreibung diese Probleme in sich birgt und wenn dies nicht politisch nachjustiert wird, rate ich jeder Stadt: Machen Sie nur Private-Public-Partnership-Projekte." So hat es die Stadt Koblenz etwa beim Kulturbau gemacht, an dessen Innenausbau von Canal ebenfalls beteiligt ist.















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