Windkraft lässt die Polizei rotieren
Rhein-Hunsrück - Im Rhein-Hunsrück-Kreis drehen sich derzeit 118 Windräder. Tendenz steigend. Immer mehr Anlagen werden geplant, genehmigt und gebaut. Sie sollen Geld in die klammen Kassen der kleinen und großen Kommunen unserer Heimat wehen. Damit ein Windrad überhaupt errichtet werden kann, muss tonnenschweres Baumaterial seinen Bestimmungsort erreichen – und zwar in Begleitung der Polizei.
Bis zu 60 Großraum- und Schwertransporter mit Überlänge und Überbreite Großraum- und Schwertransporter sind erforderlich, um ausreichend Material für gerademal ein einziges Windrad anzuliefern. Die Fahrzeuge müssen oftmals entlegene Wiesen und Felder ansteuern und hierfür durch verwinkelte Dörfer manövriert werden. Die Polizeiwache Hahn plant, koordiniert und begleitet solche Einsätze, die in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen haben. Wie sieht ein solcher Einsatz überhaupt aus? Unsere Zeitung hat mit Josef Schirra, dem Leiter der Polizeiwache Hahn, gesprochen.
Wie läuft das Ganze ab? Die Transportfirmen teilen der Polizeiwache Hahn eine Woche im Voraus mit, wie viele Schwertransporte kommen. Meist werden zwischen 20 und 30 Transporte angemeldet. Tatsächlich kann es vorkommen, dass witterungsbedingt weniger Transporte anrollen oder stehen gebliebene Transporte am nächsten Tag zusätzlich fahren, so dass sich die tatsächliche Zahl der Transporte pro Nacht zwischen 12 und 34 bewegt.
Wo kommen die Transporte her? Die meisten Transporte werden in den Häfen Trier und Mainz beladen. Dort werden diese dann von Polizeikräften bis zur Autobahn begleitet. Schließlich werden die Schwertransporte auf der A61, am Parkplatz Marienau zwischen Pfalzfeld und Emmelshausen, von uns übernommen. Andere Transporte kommen aus Norddeutschland, etwa aus Magdeburg.
Wann erreichen die Transporter den Kreis? Zwischen Montag und Donnerstag werden die Transporte täglich an der A61 auf dem Parkplatz Marienau von einem Koordinator der Polizei und einem Mitarbeiter des Transportunternehmens in Empfang genommen und dann – je nach Breite – zu Konvois von zwei bis fünf Fahrzeugen zusammengestellt. Da es sich um Großraum- und Schwertransporte mit Überbreite, Überlänge und hohem Gewicht handelt, können sich die Fahrzeuge nur in Bewegung setzen, wenn wenig Verkehr auf den Straßen unterwegs ist. Aus diesem Grund werden die Transporte nur zwischen 22 und 4 Uhr genehmigt.
Wie geht es nach dem Empfang auf der Autobahn weiter? Die in Konvois zusammengestellten Schwertransporte werden über zuvor festgelegte Strecken zu ihren Bestimmungsorten begleitet. Es fahren dabei ein bis zwei Streifenwagen voraus, um den entgegenkommenden Verkehr zu warnen und gegebenenfalls anzuhalten. Nach hinten werden die Konvois durch mindestens ein Begleitfahrzeug der Transportfirma, ausgestattet mit gelbem Rundumlicht und Warntafeln, abgesichert.















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