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Siebziger Krieg: Obelisk erinnert an sechs Gefallene

Kastellaun - Die Gründung des deutschen Kaiserreichs jährt sich am 18. Januar 2012 zum 141. Mal. Während die Proklamation Wilhelms im Versailler Spiegelsaal pompös zelebriert wurde, tobten im nahen Paris blutige Gefechte zwischen deutschen Soldaten und Franzosen. Auf beiden Seiten forderte der Deutsch-Französische Krieg Tausende Todesopfer. An die „im Kriege gebliebenen Söhne“, wie auf Gedenktafeln zu lesen ist, erinnern im Rhein-Hunsrück-Kreis einige Denkmäler.

Auch Kastellaun hatte zu Ehren von sechs gefallenen Soldaten einen sieben Meter hohen Sandsteinobelisken errichtet. Das Denkmal wurde am 2. September 1875 an der Allee am Marktplatz enthüllt – an diesem Tag hatten fünf Jahre zuvor bei der Schlacht von Sedan bayerische, preußische, sächsische und württembergische Truppen nahe der französischen Stadt den entscheidenden Sieg im Siebziger Krieg errungen und Napoleon III. gefangen genommen. Dieses Ereignis wurde in der Folge noch bis ins Jahr 1918 mit einem Gedenktag, dem sogenannten Sedanstag, im Deutschen Kaiserreich gefeiert.

Das Kastellauner Kriegerdenkmal wurde in den 1960er Jahren an den Pfingstwald versetzt. Seither schlummert es fast vergessen vor sich hin. Vor einigen Jahren ist eines der daran angebrachten Namensschilder zu Bruch gegangen, das bis heute nicht repariert wurde. Der Nachname des Kastellauner Soldaten Gustav ist nicht mehr lesbar. Als der der Heimat verbundene Detlef Krug eines Tages den Zeitungsband der Hunsrücker Zeitung aus dem Jahr 1871 durchforstete, entdeckte er schließlich in einer der Verlustlisten den gesuchten Nachnamen. „Es handelt sich um Gustav Homann“, sagt Krug. Homann, seines Zeichens Reserve-Leutnant des Infanterieregiments 29, war am Abend des 19. Januar 1871 bei der Schlacht von Saint Quentin gefallen. „Er war der Sohn des Kastellauner Steuerempfängers Wilhelm Theodor Homann. Mehr ist über ihn leider nicht bekannt“, berichtet der Kastellauner Heimatforscher Rolf Claus im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auf dem Denkmal ist auch der Name des Reservisten Hugo Feiber zu lesen. Der Hunsrücker fiel am 2. August 1870 bei Saarbrücken. Sein Bruder Albert hatte mehr Glück: Er überlebte den Krieg. Als Leutnant und Kompanieführer im 8. Brandenburgischen Infanterieregiment Nr. 64 stand der Hunsrücker am 30. November 1870 zwei französischen Bataillonen siegreich gegenüber. Dafür wurde der Kastellauner mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. „Wiederum ist unser Städtchen um einen Ritter reicher geworden“, verkündete die Hunsrücker Zeitung am 20. Januar 1871 mit überschwänglichen Zeilen. Hugo und Albert waren übrigens die Söhne des Kastellauner Arztes Philipp Feiber, der 50 Jahre lang in der Stadt praktizierte. „Aus einer Einwohnerliste des Jahrs 1861 geht hervor, dass zwei seiner vier Söhne als Freiwillige im stehenden Heer dienten. Ob damit Hugo und Albert gemeint sind, ist allerdings unklar“, erklärt Claus und beruft sich auf die Aufzeichnungen des damaligen Bürgermeisters Philipp Schmidt.

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