Januar 2012: Naturschützer kritisieren grüne Energiepolitik
Simmern - Die Naturschützer des Nabu Rhein-Hunsrück beobachten mit großer Sorge, wie sich der Ausbau der Windkraft in der Region entwickelt. Sie kritisieren, dass „zunehmend alle Hemmungen fallen und jede Möglichkeit zur Aufstellung von Anlagen genutzt“ werde. Dabei, so die Naturschützer, werde immer weniger Rücksicht auf wertvolle Biotope, Waldgebiete oder Lebensräume seltener Tiere genommen.
Anlass der Kritik sind neben den bereits etwa 150 bestehenden Windrädern die Pläne für weitere 150, für die die Anträge bereits laufen. Dabei stört den Nabu Rhein-Hunsrück besonders, dass die neue Landesregierung die von der alten Regierung „geduldete, ausufernde Entwicklung“ weiter forciere und dabei selbst Erholungsgebiete und wertvolle Naturräume nicht mehr als Ausschlusskriterium betrachte.
Besonders in der Kritik der Naturschützer stehen die grünen Ministerien. Ihnen bescheinigt der Nabu eine „überstürzte Vorgehensweise“ beim Ausbau der Windenergie, die nun auch die letzten wertvollen Waldgebiete, wie zum Beispiel das Landschaftsschutzgebiet Soonwald, bedrohe. „Obwohl es noch keine vernünftige Netzverteilung oder Speichermöglichkeit für den produzierten Windstrom gibt, wird in hastiger Eile in großem Stil die Landschaft verspargelt und hektarweise Wald gerodet. So stellen wir uns einen sinnvollen geordneten Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht vor!“, erklärt Peter Fischer, Vorsitzender des Nabu Rhein-Hunsrück.
Die jetzt auch im Landschaftsschutzgebiet Soonwald geplanten Anlagen betreffen sowohl Gemeinde- als auch Staatswald. Neben dem Eingriff in das Landschaftsbild werden durch diese Großwindräder möglicherweise wertvolle Naturreservate und Buchenaltholzbestände gefährdet. Der erst vor wenigen Jahren dort neu entstandene, mittlerweile prämierte und zertifizierte Soonwaldsteig soll stellenweise als Windradstandort und als Zufahrtsstraße für Schwertransporter umfunktioniert werden, befürchtet der Nabu Rhein-Hunsrück. Streng geschützte Vögel und Fledermäuse sowie Wildkatzen würden durch die monatelangen Bagger- und Betonierarbeiten, Schwertransporte und Abholzungen ihren Lebensraum verlieren. Zudem müssten Erholungsuchende nicht nur während der Bauarbeiten, sondern zukünftig auch darüber hinaus im Winter dieses Wandergebiet meiden, da aufgrund der Windkraftanlagen Verletzungsgefahr durch Eisschlag bestehe. Dies sei „ein Eingriff in die Natur, der gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstößt. Windräder dürfen nicht so aufgestellt werden, dass sie unseren Reichtum in der Natur zerstören“, so die Landschaftsführerin für den Naturpark Soonwald-Nahe und BUND-Mitglied Ramona Erff.














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