Nationalpark Soonwald - Fluch oder Segen?
Hunsrück - Fluch oder Segen? Das ist für viele die beherrschende Frage, wenn es um einen potenziellen Nationalpark im Soonwald geht.
Im Koalitionsvertrag hat sich Rot-Grün in Mainz auf einen Nationalpark im Land festgelegt. Die Auswahl einer geeigneten Region und die Einleitung der förmlichen Ausweisung sollen innerhalb dieser Legislaturperiode erfolgen. Neben dem Soonwald gehört der Pfälzer Wald zu den heißesten Anwärtern. Im vergangenen Jahr hatte eine Studie von Greenpeace den Hunsrück eines Nationalparks für würdig erachtet. Waldbesitzer waren damals aufgeschreckt, weil sie fürchteten, dass ihre Nutzungsrechte eingeschränkt werden könnten. Umweltverbände und Naturfreunde hingegen jubilierten. Die Initiative Soonwald verabschiedete im Herbst 2010 eine Resolution, in der gefordert wird, dass der Soonwald auf seine Eignung als Nationalpark geprüft und eine Machbarkeitsstudie erstellt werden soll. Eine öffentliche Diskussion im größeren Rahmen hat aber bisher noch nicht stattgefunden.
Reinhard Klauer, Vorsitzender des Beirats des Naturparks Soonwald-Nahe, steht der Idee positiv gegenüber. Der Soonwald biete ideale Voraussetzungen. Vorurteilsfrei müsse man sich informieren und einer offenen Diskussion stellen. Großes Potenzial sieht Klauer für den Tourismus. Das Prädikat „Nationalpark“ sei ein Alleinstellungsmerkmal, „mit dem man wuchern kann.“ Wichtig sei es allerdings, alle Betroffenen in die Entscheidung einzubinden.
Wenn er an den Nationalpark denkt, schlagen bei Hansjochen Staege zwei Herzen in seiner Brust. Jahrzehntelang war er Leiter des Forstamts Entenpfuhl. Heute ist er Vorsitzender der Initiative Soonwald. Wegen der gravierenden Einschränkungen lehnte er lange einen Nationalpark ab und favorisierte den Naturpark. Neue Konzeptionen, die „menschenfreundlicher und wirtschaftlich effizienter“ seien, sowie Gespräche, Erfahrungen und Besichtigungen hätten aber „durchaus positive Aspekte“ eines Nationalparks Soonwald eröffnet. Auch für Staege ist es unumgänglich, die Bevölkerung miteinzubeziehen. Kriterien sind für ihn, wie der Markt mit Brenn- und Industrieholz versorgt und ob gejagt werden kann. Zudem sei es wichtig, wie Landwirte die Waldwiesen nutzen dürfen. Auch über über die Folgen für alle Beschäftigten im Forst müsse Klarheit bestehen. Schließlich sind auch Betretungsverbote für Staege Punkte, die geklärt werden müssten.













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