„Grün bewegt“ viel Volk in die Bildungsstätte
Simmern - Das Wahlplakat der Grünen hat fast schon etwas Metaphysisches: Der blaue Planet wird dem Betrachter als „Deine Mutter“ offeriert. Die irdischen Sachwalter versprechen Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Geschlossenheit. Geerdet wird die anspruchsvolle Botschaft im Haus der evangelischen Erwachsenenbildung in Simmern.
„Grün bewegt“ zahlreiche Menschen zum Neujahrsempfang in die Bildungsstätte. Deren Hausherrin Kirsten Arnswald gibt den Anwesenden die Jahreslosung aus dem Paulusbrief an die Römer mit auf den Weg: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
In „Grünland-Pfalz“ wollen die Grünen dem Bösen Verständnis, Toleranz und Offenheit entgegensetzen und die Schlammschlachten zwischen SPD und CDU überwinden, sagt Landesvorsitzende Eveline Lemke. Die Mainzer Spitzengrüne ist dem Ruf von Siegrid Braun, heimische Direktkandidatin für die Landtagswahl, in den kalten Hunsrück gefolgt, ebenso die Bundesvorsitzende Claudia Roth und die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner. Zwischen Flughafen Hahn und Welterbe Mittelrhein lässt sich Politik aus grüner Sicht eben ganz treffend erklären.
Zur Klima- und Energiefrage als Wahlkampfthema Nummer eins und dem von der Landesvorsitzenden Eveline Lemke formulierten Anspruch, „Anwalt für Natur und Artenschutz“ zu sein, passt aus grüner Sicht der Widerstand gegen den Hochmoselübergang und die geplante Brücke über den Mittelrhein.
Lemke sieht mittlerweile ein breites Bündnis gegen den Bau der Brücke zwischen Fellen und Wellmich und für die Forderung nach einem 24-Stunden-Fährbetrieb. „Die Brücke ist ein Baustein in einer neuen Ost-West-Trasse“, sagt Lemke. Das wolle nur keiner zugeben.
Claudia Roth wehrt sich gegen den Vorwurf, die Grünen seien die „Gegen-Partei“ und Politik-Verweigerer. „Wer gegen den Hochmoselübergang und die Mittelrheinbrücke ist, ist kein Verweigerer. Das Verhindern dieser Brücken ist vielmehr Zukunftspolitik.“














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