Wandern auf Mittelalterspuren - auf Deutschlands schönstem Wanderweg
Die Traumschleife in Herrstein erreicht bei ihrer Erstzertifizierung 2009 74 Erlebnispunkte und katapultiert sich damit auf Anhieb in die Top Ten der "Top Trails" in Deutschland. In den kommenden zwölf Monaten wird, angetrieben vom wanderbegeisterten Bürgermeister Uwe Weber, weitergefeilt, neue Pfade werden erschlossen, eine Aussichtsplattform gebaut, weitere Informationstafeln aufgestellt, der ohnehin geringe Schotteranteil auf den Wegen auf null zurückgefahren. Nach nur zwölf Monaten lässt man sich erneut zertifizieren - und ist nun einsame Spitze: 84 Erlebnispunkte hat es bis dato noch nicht gegeben. Die Jury des Magazins "Wandern" wird aufmerksam und bestätigt die Einschätzung des Wanderinstituts: "Der Mittelalterpfad eignet sich durch seine landschaftliche Vielfalt, das hohe Angebot an Informationen, Ruheplätzen und Aussichtspunkten sowie das einfache, überschaubare Streckenprofil und die vielen Formationswechsel - offene Landschaft, Wald, Bachlauf, Fels - hervorragend für Familien", urteilt Chefredakteur Michael Sänger.
Das Ergebnis ist bekannt: Die Herrsteiner Traumschleife setzte sich bei der Wahl zu "Deutschlands schönstem Wanderweg 2010" in der Kategorie Tagestouren gegen 76 (!) Mitbewerber aus ganz Deutschland durch. Die Preisverleihung durch "Wanderpapst" Manuel Andrack er-folgt am heutigen Samstag im Rahmen der Düsseldorfer Wander- und Trekkingmesse TourNatur.
Jetzt aber die Wanderstiefel geschnürt: Mitten im historischen Ortskern beginnt die Tour. Vorbei am Hankelbrunnen und vielen sehenswerten Fachwerkhäusern erreichen wir die Reste der alten Burg, von der nur noch die Kirche erhalten ist. Der Bezug zum Mittelalter leuchtet sofort ein - nicht erst, wenn man den Pranger oder den Schinderhannesturm, in dem der berühmte Räuberhauptmann einst einsaß, sieht. Alt-Herrstein sieht man sich aber am besten im Anschluss an die Wanderung in aller Ruhe an - nachdem man sich in der historischen Zehntscheune ausreichend gestärkt hat. Zum Beispiel mit einem "Gefüllten Kloß".
Jetzt geht es erst mal steil den Wald hinauf. Schon nach eineinhalb Kilometern öffnet sich der Vorhang zum ersten Hunsrück-Panorama: Wiesen, Äcker, Himmel - Landschaft, so weit das Auge reicht. Und schon ist die erste Sinnenbank in Sicht. Nein, das ist kein robustes Holzmöbel, auf dem man sich eher leidlich zur Brotzeit niederlässt - auf den ergonomisch geschwungenen Liegen kann man die Seele baumeln lassen. Seit diese Bänke - diese hier wurden im Bauhof der VG-Verwaltung eigenhändig hergestellt - zum Standardrepertoire der meisten Traumschleifen im Hunsrück gehören, gibt es Dutzende von Anfragen von Wanderern, die solch ein Teil gern in den eigenen Garten stellen würden.




















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