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    Dokumentationsstätte: Bunker der Bundesbank etabliert sich als Touristenmagnet

    Cochem. Es ist ein einzigartiges und es ist ein besonderes Bauwerk, der ehemalige Bunker der Bundesbank in Cochem-Cond. Seit knapp einem Jahr ist er als Dokumentationsstätte eröffnet, und die Resonanz in den ersten zwölf Monaten ist gut. Fast 10.000 Menschen haben seit vergangenem März dieses Relikt des Kalten Krieges besucht und sich gefangen nehmen lassen von einer ganz besonderen Atmosphäre.

    Der Bunker ist seit einem Jahr für Besucher zugänglich.  Foto: Junker
    Der Bunker ist seit einem Jahr für Besucher zugänglich.
    Foto: Junker

     „Wir sind mit dem Beginn sehr zufrieden und auch die Reaktionen der Besucher sind durchweg positiv“, meint Petra Reuter. Sie und ihr Mann haben 2014 den Bunker und das dazu gehörige Anwesen erworben und haben die Anlage so wiederhergerichtet, dass Führungen möglich wurden. „Es war viel Arbeit und es ist natürlich immer noch was zu tun“, unterstreicht die Unternehmerin. Doch die Besucherresonanz gibt ihnen recht.

    Petra Reuter ist mit der Entwicklung der Besucherzahlen im Bundesbank-Bunker zufrieden. Sie wünscht sich aber noch mehr Hinweise in der Stadt. Foto: Junker
    Petra Reuter ist mit der Entwicklung der Besucherzahlen im Bundesbank-Bunker zufrieden. Sie wünscht sich aber noch mehr Hinweise in der Stadt.
    Foto: Junker

    Dabei sah es zunächst nicht unbedingt nach einem Erfolg aus, gibt Petra Reuter freimütig zu. Im April und Mai vergangenen Jahres seien nur sehr wenige Interessierte gekommen. „Das begann alles sehr schleppend, erst ab Juni spürten wir einen deutlichen Besucherzuwachs. Und ab Spätsommer hatten wir einen regelrechten Boom“, erzählt sie und hofft, dass nach der Winterpause, die Ende April endet, dieses Besucherinteresse anhält. Derzeit ist der Bunker nur an den Wochenenden geöffnet und kann an anderen Tagen nur nach Anmeldung besichtigt werden. Für die neue Saison sucht sie auch noch Mitarbeiter. Zehn Bunkerführer gibt es derzeit. „Aber wir wären froh, wenn es noch mehr würden, denn der Bedarf ist da“, sagt Petra Reuter.

    Damit im zweiten Jahr noch mehr Touristen auf den Bunker aufmerksam werden, wird sie Anfang März die örtliche Gastronomie aus Cochem und dem Krampen in den Bunker einladen. „Viele haben ihn noch nicht gesehen, waren bei der Eröffnung verhindert oder hatten in der Saison schlicht keine Zeit. Aber gut empfehlen kann man nur etwas, wenn man es selbst positiv erlebt hat“, erläutert sie. Und hofft darauf, dass die Gastronomen viele schöne Eindrücke mit heimnehmen und später ihren Gästen dann einen Besuch im Bunker schmackhaft machen. „Außerdem machen wir mit beim VRM-Ticket mit Ermäßigungen beim Eintritt oder für den Shuttlebus“, berichtet Petra Reuter. Mittlerweile hat sie auch mit Reedereien gesprochen, damit auch Schiffsreisende auf die Dokumentationsstätte aufmerksam gemacht werden.

    Was Besucher allerdings oft vermissen, sind Hinweise in der Stadt auf den Bundesbank-Bunker. „Ein erster Fußweg vom Carlfritz-Nicolay-Platz über die alte Brücke wird nun ausgeschildert, das hat die Stadt angekündigt“, sagt die Bunker-Besitzerin. Ein Wunsch von ihr wäre, dass auch vom Freizeitzentrum aus über das Krankenhaus ein weiterer Fußweg ausgeschildert wird. „Besucher, die mit Reisebussen kommen, steigen eher am Freizeitzentrum aus. Da wäre es schön, wenn es dann auch hier einen Hinweis gebe“, meint sie und verweist auf Gespräche mit der Stadt. „Manchmal meinen Gäste schmunzelnd, dass der Bunker oft erst gefunden werden musste“, erzählt die Unternehmerin.

    Ein Wunsch ist mittlerweile in Erfüllung gegangen. Demnächst dürfen tagsüber auf der Terrasse des benachbarten Hotels Vintage, in dem früher die Schulungsräume der Bundesbank untergebracht waren, kleine Snacks und Getränke gereicht werden. „Dies war ein immer wieder geäußerter Wunsch von Besuchern“, so Petra Reuter. Das Hotel selbst, im Juli vergangenen Jahres mit 17 Zimmern neu eröffnet, läuft ebenfalls gut. „Wir waren das ganze Jahr über bis in den November hinein gut gebucht und in Onlineportalen haben wir sehr gute Bewertungen“, betont sie. Ab 15. März ist hier die Winterpause beendet. Doch ihr „Kind“ ist der Bunker, um den sie sich kümmert. „Als mein Mann damals erzählte, dass er den Bunker kaufen möchte, war ich sehr zurückhaltend, weil ich die Arbeit sah und auch skeptisch war, ob wir das schaffen“, erinnert sie sich. Doch diese Skepsis ist schon lange gewichen. „Mein Mann und ich haben den Schritt nie bereut und mir macht die Arbeit hier viel Spaß.“

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

     

    Hintergrund: Der Bundesbank-Bunker Cochem

    Bis zum Ende des Kalten Krieges war der Bundesbank-Bunker in Cond einer der geheimsten Orte Deutschlands. Hier lagerte die deutsche Ersatzwährung, die in Krisenzeiten, wenn die damalige Bundesrepublik mit Falschgeld überschwemmt worden wäre, zum Einsatz kommen sollte.

    Kurz nach der Berlin- und der Kubakrise wurde in den 1960er-Jahren die Anlage gebaut, in der bis zu 13 Milliarden Mark eingelagert waren. 1994 erwarb die Vereinigte Volksbank das Areal als Safe-Anlage, später übernahm eine Bank in Münster den Bunker, bis 2014 das Unternehmerehepaar Reuter die Anlage kaufte, sie renovierte und zu einer Dokumentationsstätte ausbaute. Seit März 2016 ist der Bunker für Besucher geöffnet.

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