Ringchefs: Vorerst keine Entlassungen
Nürburgring - Mit dem Konzept "Nürburgring 2012" will die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) den Ring fit für die Zukunft machen. Kernstück der Weiterentwicklung des Erlebnisparks Nürburgring soll dabei eine sogenannte "Automeile" sein - der Umbau von Boulevard, Ringarena und Eventcenter zu einer Autogarage zum Anfassen mit historischen und aktuellen Sportwagen. Dass das Konzept bei der gestrigen Betriebsversammlung im Pressezentrum des Rings kein Thema war, schürt den Verdacht, dass an diesem Konzept nicht alle der derzeit rund 380 Angestellten mitarbeiten dürfen.
Vielmehr wurde den rund 200 anwesenden Mitarbeitern bei der dreistündigen Versammlung im Pressezentrum das Gegenteil versichert: In absehbarer Zeit soll es keine Entlassungen am Nürburgring geben. "Die NAG-Geschäftsführung hat der Belegschaft zugesichert, dass sie mit dem Betriebsrat um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpft", so der Betriebsratsvorsitzende Manfred Strack.
"Die Geschäftsführung kann derzeit auch keine Leute entlassen", sagt Jürgen Rinke-Oster, Gewerkschaftssekretär von Verdi Koblenz, der ebenfalls bei der Versammlung dabei war. "Anfang dieser Woche hat der Betriebsrat die Forderung nach Sozialplanverhandlungen an die Geschäftsführung gestellt. Sie muss nun eine Einigung erzielen, so lange herrscht die Friedenspflicht." Bevor die Belegschaft gestern mit der Geschäftsführung um Jörg Lindner, Kai Richter und Karl-Josef Schmidt sprach, tagten die Mitarbeiter ab 15 Uhr unter sich. Strack: "Wir haben diskutiert und Fragen gesammelt. Nicht jeder Mitarbeiter traut sich, Fragen direkt an die Chefs zu stellen." Gegen 16.30 Uhr erschien dann die Geschäftsführung im Pressezentrum, der Betriebsrat um Strack arbeitete das stattliche Fragenpaket ab, die Geschäftsführung antwortete. Allerdings stellte sie das Konzept "Nürburgring 2012" nicht vor. Dafür gab es Antworten (und Antwortversuche) auf Fragen wie "Kommt das Land der Zusicherung nach, Arbeitsplätze zu sichern?", "Welche Sicherheiten gibt es?", "Ist die wirtschaftliche Situation der NAG wirklich so schlecht, dass die Pacht nicht erwirtschaftet werden kann?"
Die Stimmung war laut Strack und Rinke-Oster ob der jüngsten Nachrichten recht gedrückt: "Es gab ja viel zu dem Thema zu lesen, und es geht ja schließlich um Arbeitsplätze." Ansonsten sei die Atmosphäre sachlich-ruhig gewesen, es sei zu keiner Zeit hektisch oder aggressiv geworden. "Obwohl die Leute wegen der Androhung der NAG-Geschäftsführung, im schlimmsten Fall 140 Arbeitsplätze abbauen zu müssen, sauer waren", sagte Rinke-Oster.
Die weiteren Ergebnisse der Versammlung: Das Ringwerk wird im Winter an Werktagen geschlossen - wohl bis zu den Osterferien. "Davon ist das Personal nicht belastet, da nun Überstunden und Urlaub abgebaut werden", sagt Betriebsratsvorsitzender Strack. Die ertragreiche Kartbahn und der Boulevard sollen dagegen auch im Winter offen bleiben. "Der Boulevard wird ja nicht beheizt und verursacht auch keine Personalkosten für die NAG", sagt Strack. Auch Pächter der Shops wie Nissan wissen nichts von einer drohenden Schließung im Winter. "Wir haben keine offizielle Mitteilung bekommen", sagte ein Sprecher. "Und wir haben einen Vertrag."
Von unseren Redakteuren Uli Adams und Jan Lindner












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