Nürburgring: "Race4Friends" begeistert Behinderte und Rennfahrer
Nürburgring - Helm auf - los geht’s. Einmal im Rennwagen über die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings donnern und sich wie ein Rennfahrer fühlen: Der Verein "Race4Friends" mit der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) machte es für rund 300 geistig und körperlich behinderte Menschen - darunter 70 Jugendliche - möglich.
Mit dabei neben Teilnehmern aus dem Raum Koblenz waren 100 Behinderte aus den Caritaswerkstätten Sinzig und von der Stiftung Bethesta in Bad Neuenahr. 40 rassige Sportwagen mit erfahrenen Fahrern standen bereit, um mit den begeisterten Gästen mehrere Runden über die 5,148 Kilometer lange Grand-Prix-Strecke zu donnern - behindert allerdings vom dichten Nebel, der die Eifel zudeckte.
Für die mit allen Wassern gewaschenen Rennfahrer war das kein Problem. Durch die ungewohnten Beifahrer war der Tag auch für sie etwas ganz Besonderes. "So viel Dankbarkeit und strahlende Augen erlebt man sonst nicht", sagten sie. Eifriges Treiben herrschte in der Boxengasse: Ab und an dauerte es etwas, bis die aufgeregten Co-Piloten einen Helm auf dem Kopf, sich in den engen Wagen gezwängt hatten und festgeschnallt waren. Manche machten den Eindruck, als könnten sie gar nicht glauben, was mit ihnen geschieht.
Hervorgegangen ist die Initiative vor drei Jahren aus einer Aktion der Adenauer Firma "Rent4Ring", die nach einem guten Geschäftsjahr Dankbarkeit zeigen und Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens zuhause sind, eine Freude machen wollte. Die Sache kam derart gut an, dass viele der damaligen Helfer beschlossen, den Verein "Race4Friends" zu gründen.
Seit Mai hat er bereits 50 Mitglieder, Firmen und Privatpersonen. So konnte Vorsitzende Sandra Müller aus Höhr-Grenzhausen die geistig oder körperlich Behinderten bereits zum dritten Renntag am Ring begrüßen. Sie überrascht nicht, dass es nicht schwer war, Boxen, Boxengasse, Rennstrecke und sogar Sicherheitspersonal und -einrichtungen für einen Tag zu bekommen - und das sogar kostenlos.
Automotive-Mitarbeiterin Nora Sauer erklärte, dass es für die NAG selbstverständlich sei, den Behinderten diesen schönen Tag mit zu ermöglichen: "Das machen wir gern." Gern gemacht haben das auch Motorsport-Rennstallbesitzer und Privatpersonen, die aus vielen Gebieten der Republik speziell zu diesem Tag mit ihren Sportwagen angereist kamen. Dunn-Racing rückte gar mit einem riesigen Küchentruck an, um die Verpflegung sicherzustellen.
So sah man nur strahlende Gesichter: Die einen freuten sich über den tollen Tag, die anderen, bei einem solch guten Zweck mitmachen zu können. So auch Wilfried Seidel aus Bad Breisig: Er hatte von seinem Chef ein Spezialtaxi ausgeliehen, um vier Rollstuhlfahrer mit Begleitung zum Ring fahren zu können. Vom Rollstuhl in den Rennwagen, fantastischer konnte der Unterschied wohl nicht sein. So schnell waren sie noch nie unterwegs gewesen und hatten "überhaupt keine Angst". Sieger waren an diesem Tag alle - Race4Friends, die Teilnehmer und der Ring, der nun viele neue, begeisterte Fans hat.
Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach












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