Kempenich fehlen Abnehmer für Nahwärmeverbund
Kempenich - Jetzt ist es amtlich: Der in Kempenich geplante Nahwärmeverbund (RZ berichtete) kommt nicht zustande. Der Gemeinderat sah sich nach der schriftlichen Absage des Seniorenheims Marienburg dazu gezwungen.
Mit dem Wegbrechen des größten potenziellen Abnehmers war die Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht mehr gegeben. „Das ist sehr bedauerlich“, so Ortsbürgermeister Stefan Friedsam. „Vielleicht werden wir diesem schmerzlichen Schritt noch einmal hinterher weinen.“
Mit der Beteiligung der beiden örtlichen Banken und der Verbandsgemeinde für Schule und Feuerwehrhaus allein war die Basis zu schmal für eine derartig hohe Investition – und dies trotz zugesagter Förderung aus dem Konjunkturprogramm II. Schweren Herzens entschied sich der Rat nunmehr für eine abgespeckte Lösung, deren Realisierung aber wegen des Zeitdrucks und einiger offener Fragen mit Fragezeichen zu versehen ist. Schließlich muss die Maßnahme bis Ende des Jahres starten.
Geplant ist die Umstellung der sanierungsbedürftigen Heizung in der Leyberghalle auf Biomassefeuerung mit Pellets oder Holzhackschnitzel und der eventuelle Anschluss des Feuerwehrgerätehauses. Für die Lagerung des Heizstoffs müsste eigens ein Gebäude errichtet werden – und zwar zwischen Halle und Feuerwehr, mit der Option einer Erweiterung für die Unterstellung der Gemeindefahrzeuge. Fraglich ist noch, in welcher Höhe das Land dieses Mini-Nahwärmenetz bezuschusst (die Förderzusage lag bei knapp 700 000 Euro). Das Büro IFH Energie und Umwelt aus Mayen erstellt eine neue Wirtschaftlichkeits-Berechnung. Von der Verbandsgemeinde wird grünes Licht für die Anbindung des Feuerwehrtraktes erwartet.
Energie soll auch bei der Straßenbeleuchtung eingespart werden, und zwar mit dem innovativen Nuovo-Tech-Transformatorensystem mit Mikrochip-Steuerung, das nach dem Prinzip der elektromagnetischen Spannungsumwandlung arbeitet und mit dem der Stromverbrauch um bis zu 40 Prozent reduziert werden kann. Hier könnte Kempenich deutschlandweit die Vorreiterrolle übernehmen. Der Rat legte fest, dass durch eine sechs Monate dauernde Pilotphase im Ortsteil Engeln grundlegende Erfahrungen mit unterschiedlichen Leuchtmitteln gesammelt werden sollen.












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