Gefahrstoffunfälle: Ahrkreis rüstet Feuerwehren mit neuen Schutzanzügen aus
Kreis Ahrweiler - Mit 18 neuen, hellgrünen Chemikalien-Schutzanzügen und sechs zusätzlichen Mehrfach-Messgeräten können die rund 80 Mitglieder des Gefahrstoffzuges der Kreisfeuerwehr nun eventuellen Einsätzen erheblich gelassener entgegensehen als bisher.
Der Kreis hat in die neuenAusrüstung 31 500 Euro investiert. 6200 Euro hat das Land an Zuschuss in Aussicht gestellt, aber noch nicht gezahlt. Im Vergleich zu den bisher genutzten Anzügen bieten die sechs Kilogramm schweren Anzüge nicht nur besseren Schutz, sondern sind im Ergebnis für den Kreis auch kostengünstiger, obwohl sie nur einmal nutzbar sind und dann entsorgt werden müssen. Die Schutzanzüge mussten bisher nach jeder Kontamination oder Vergiftung aufwendig gereinigt und halbjährlich zum Preis von 70 Euro geprüft werden. Das entfällt nun alles.
Kreisfeuerwehrinspekteur Udo Schumacher spricht deshalb von einem „landesweit vorbildlichen Weg für die gefährlichsten Einsätze der Feuerwehr“. Landrat Jürgen Pföhler übergab im Gerätehaus von Ahrweiler die neue Ausrüstung.
Auf neuestem technischen Stand auch die hoch modernen Schadstoff-Messgeräte. Mit einem PED-Detektor können alle flüchtigen organischen Verbindungen nachgewiesen werden und mit einer zweiten Ausfertigung über elektrotechnische Zellen Stoffe wie Nitrogase und Chlor. Zugführer Friedhelm Jakobs erklärte, dass die neue Ausrüstung auf drei von vier Standorten des Gefahrstoffzuges im Kreis Ahrweiler, nach Altenahr, Remagen und Ahrweiler, verteilt werden. Da im Unglücksfall sowieso der ganze Zug alarmiert wird, stehen die Gegenstände am Einsatzort auch den Blauröcken der vierten Abteilung in Burgbrohl zur Verfügung. Verantwortlich ist in Remagen Mayk Patella, in Altenahr Stephan Knieps, in Burgbrohl Jürgen Kerich und in Ahrweiler Friedhelm Jakobs. Insgesamt gehören zum Gefahrstoffzug acht Spezialfahrzeuge und das Einsatzleitfahrzeug. Da das Einsatzspektrum groß ist, müssen unterschiedlichste Ausrüstungsgegenstände bereitgehalten werden.
Im Jahr 2011 hatten die Feuerwehren im Kreis 1047 Einsätze. Kreisfeuerwehrinspektor Schumacher berichtet, dass an etwa zehn Prozent der Einsätze der Gefahrstoffzug beteiligt war. Haupteinsatzgebiet ist natürlich die Autobahn. „Es ist manchmal gut, dass wir nicht so genau wissen, was da alles transportiert wird“, so Zugführer Friedhelm Jakobs. Das gilt natürlich auch für die Bahn im Rheintal.












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