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Schulstreit in Bad Kreuznach: Umzug abgelehnt - Kreistag stimmt für gemeinsame Oberstufe

Bad Kreuznach - Der geplante Tausch ist passé. Die Realschule plus an der Heidenmauer und die Integrierte Gesamtschule an der Ringstraße bleiben jeweils an ihren Standorten in Bad Kreuznach. Nach der zehnten Klasse sollen die IGS-Schüler allerdings an die Heidenmauer wechseln, um dort in einer gemeinsamen Oberstufe mit den Schülern der Realschule plus und des benachbarten Gymnasiums am Römerkastell den Weg zum Abitur zu beschreiten. Das beschloss der Kreistag in seiner Sitzung gestern Nachmittag.

Gizem Doldür (links) und Jasmin Pluskwik zeigten vor der Kreisverwaltung noch einmal, was sie von dem geplanten Schultausch halten – unterstützt von vielen weiteren Mitschülern der Realschule plus. Am Ende durften sie jubeln. Der Kreistag stimmte gegen den Standorttausch.
Armin Seibert

CDU, FDP und FWG stimmten mit 26 Kreistagsmitgliedern dafür, SPD, Grüne und Linke mit 16 Mitgliedern dagegen. Genau umgekehrt fiel die Entscheidung aus, als über den Umzug abgestimmt wurde. Timo Kaufmann (Linke) enthielt sich zwei Mal – genauso wie Landrat Franz-Josef Diel. Diel: „Als Pädagoge müsste ich gegen den Tausch stimmen. Als Landrat, der auch die finanzielle Lage im Blick haben muss, dafür.“

Freie Stühle waren im Besucherbereich des Sitzungsaals rar gesät. Sowohl die Realschule plus als auch die IGS hatten zur entscheidenden Sitzung des Kreistages noch einmal kräftig in ihren Reihen getrommelt. Am Ende jubelten die Lehrer, Eltern und Schüler der Realschule plus – während die IGS-Vertreter enttäuscht den Sitzungssaal verließen.

Jetzt also doch Dislozierung, wie die Fachleute sagen. Oder übersetzt: Die IGS muss damit leben, dass sie ihre Schüler nicht durchgehend von der Orientierungsstufe (5./6. Klasse) bis zum Abitur an einem Standort betreuen kann. Entsprechend reagierte IGS-Schulleiter Dieter Koch-Schumacher: „Mit dieser Entscheidung muss das gesamte IGS-Modell hinterfragt werden“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für ihn mache eine Dislozierung überhaupt keinen Sinn, die IGS sei so auch gar nicht genehmigt. „Mal gespannt, was ADD und Ministerin Ahnen dazu sagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so durchgeht.“

Die Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde hatte erhebliche Bedenken gegen die Genehmigung dieser Variante geäußert. Laut Verwaltung kostet diese mit 5,35 Millionen Euro auch 3,22 Millionen Euro mehr als der geplante Schultausch. Koch-Schumacher sieht auf Dauer nur Nachteile für die IGS. CDU, FDP und FWG hingegen stellten heraus: „Eine gemeinsame Oberstufe bringt jede Menge Synergieeffekte für beide Schulen.“ (sbr)

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