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Nationalpark: Eine Brennholzzone soll die Versorgung der Soonwaldgemeinden sicherstellen

Kreis Bad Kreuznach - Würde im Soonwald ein Nationalpark entstehen, so könnte die Bevölkerung trotzdem weiter mit Brennholz versorgt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Landesforsten. In der Diskussion um einen Nationalpark hatte das Brennholzthema wiederholt für heftige Kritik gesorgt. Die betroffenen Anliegergemeinden fürchten, dass ihre eigene Versorgung nicht mehr gewährleistet ist. Den Lösungsvorschlag hat das Forstamt Soonwald jetzt im Walderlebniszentrum vor rund 40 geladenen Gästen präsentiert.

Holzstapel Soonwald
8700 Festmeter Brennholz werden jährlich in 104 von 253 Gemeinden der Kreise Rhein-Hunsrück und Bad Kreuznach verkauft. Diese Menge muss auch bei einer Nationalparkausweisung gesichert sein, meinen nicht nur Förster.
Werner Dupuis


Die Studie: Die Auswertung erfolgte nach Angaben von Bernd Closen, Leiter des Forstamts Soonwald, forstamtsübergreifend. Einbezogen wurden die Forstämter Soonwald, Bad Sobernheim und Simmern. Zum Konzept haben die Verantwortlichen eine Karte erarbeitet, die unserer Grafik (rechts) als Vorlage diente, und auf der unter anderem das mögliche Nationalparkgebiet eingezeichnet ist. Ein erster Entwurf, der keinen bindenden Charakter besitzt. „Es sind ja noch keine Grenzen für einen eventuellen Nationalpark festgelegt“, betonte Claus-Andreas Lessander von der Zentralstelle der Forstverwaltung Rheinland-Pfalz.


Die Gesamtproduktion: Im Schnitt wurden in den Forstämtern in der Zeit von 2006 bis 2010 pro Jahr 22 400 Festmeter Brennholz geschlagen. 42 Prozent im potenziellen Nationalparkgebiet, 9 Prozent im Forstrevier Gauchsberg, 2 Prozent im Revier Nahe. 47 Prozent stammen aus Wäldern, die sich nicht im Staatseigentum befinden.


Die Verteilung: Wohin wurde das Brennholz aus dem möglichen Nationalparkgebiet verkauft? Um diese Frage zu beantworten, hat das Forstamt Soonwald Rechnungen aus den Jahren 2008 bis 2010 gewälzt. Mehr als die Hälfte des geschlagenen Holzes von jährlich rund 9550 Festmetern, nämlich 52 Prozent, ging in Anliegergemeinden, auf deren Gebieten der Staatswald liegt oder die direkt daran angrenzen. Weitere 20 Prozent wurden in weitere Gemeinden aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis veräußert, 19 Prozent in übrige Orte aus dem Landkreis Bad Kreuznach. Nur 9 Prozent gingen an Fernkunden, die in der weiteren Analyse unberücksichtigt blieben.


Der lokale Bedarf: Übrig bleiben damit rund 8700 Festmeter, die jährlich in 104 von 253 Gemeinden aus dem Kreis Bad Kreuznach und dem Rhein-Hunsrück-Kreis verkauft wurden und die im Falle einer Nationalparkausweisung laut Closen für die Bevölkerung gesichert werden müssen. Auffällig ist: 40 Prozent dieses Holzes verteilen sich auf nur fünf Gemeinden am südlichen Soonwaldrand: Spabrücken, Seesbach, Münchwald, Winterbach und Ippenschied.


Die Holzmenge außerhalb der Nationalparkgrenzen: Das Brennholz aus Staatswaldgebieten außerhalb der Parkgrenzen reicht nicht einmal annähernd aus, um den lokalen Bedarf zu decken. Nur 200 Festmeter, die derzeit Fernkunden als Polterholz erhalten, könnten aus dem übrigen Gebiet des Forstamts Bad Sobernheim gewonnen werden. Das reicht für 20 Haushalte. 250 Festmeter Stammholz könnten aus dem Staatswald Gauchsberg (Forstamt Soonwald) als Brennholz vermarktet werden, weitere 2000 Festmeter aus dem Forstamt Simmern. „Sie sehen, das Potenzial ist begrenzt“, resümierte Closen.

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