Nationalpark-Debatte: Wie viel Natur darf es im Soonwald sein?
Kreis Bad Kreuznach - Mit einer Podiumsdiskussion im Walderlebniszentrum in Neupfalz bei Stromberg hat die Initiative Soonwald am Montag die Bevölkerung darüber informiert, was sie erwartet, falls der Naturpark Soonwald zum Nationalpark umgewidmet wird. Die Entscheidung darüber ist zwar noch nicht gefallen, im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung ist aber festgelegt, dass in Rheinland-Pfalz ein Nationalpark geschaffen werden soll. Im Gespräch sind unter anderem der Soonwald und der Pfälzer Wald.
Das Interesse an diesem Thema war groß, der Saal im Walderlebniszentrum restlos besetzt. Rund 150 Zuhörer waren erschienen, um sich über die Vor- und Nachteile eines Nationalparkprojekts zu informieren und ihre Fragen an die Expertenrunde zu richten. „Wir finden es sehr gut, wenn die Regierung erklärt, dass ein Nationalpark nur eine Zukunft hat, wenn er von der Bevölkerung auch mitgetragen wird“, sagte Hansjochen Staege, Vorsitzender der Initiative Soonwald, zur Begrüßung.
Der Nationalpark sei eine Chance für eine Region, sich herauszustellen und zu entwickeln, betonte Staatssekretär Thomas Griese vom rheinland-pfälzischen Umwelt- und Forstministerium und stellte klar: „Aber niemals funktioniert ein Nationalpark gegen den Willen der Bevölkerung.“ Nur mit einer breiten Mitwirkung von Bürgern und Kommunen sei ein solches Projekt zu realisieren – und so stellt Griese sich das auch für Rheinland-Pfalz vor. Ein Nationalpark wird seinen Angaben nach ausschließlich auf einer Waldfläche verwirklicht, die sich in Landeseigentum befindet.
Vorbild ist für Griese der Nationalpark Eifel in Nordrhein-Westfalen. Dort habe der Prozess nur zwei Jahre gedauert, die Kommunen erhielten Mitwirkungsrechte, die auch in der Rechtsgrundlage niedergeschrieben worden sind. Die Fragen, die an diesem Abend in Neupfalz gestellt wurden, betrafen vor allem die Sorgen aus der Bevölkerung vor drohenden Einschränkungen, etwa durch Kernzonen, die abseits der Wege nicht betreten werden dürfen.
Zu drohenden Einschnitten bei der Brennholzgewinnung und Waldwirtschaft argumentierte Staatssekretär Griese: „Wir haben nicht vor, das ganze Land zum Nationalpark zu machen.“ Rheinland-Pfalz umfasse 800 000 Hektar Wald. „Wir reden jetzt über ein Prozent der Waldfläche in Rheinland-Pfalz, auf 99 Prozent soll natürlich Waldwirtschaft stattfinden.“ Bei dem einen Prozent Nationalparkfläche solle der Ertrag künftig nicht aus der Waldwirtschaft, sondern aus dem Tourismus gewonnen werden. Aber: Auch in einem Nationalpark werde weiter Waldwirtschaft betrieben. Griese: „Der Waldumbau muss behutsam erfolgen.“ Wo nötig, würden Fichten gefällt. So bekomme man den Borkenkäfer in den Griff.















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