Babbelschnut mit spitzer Feder - Hombes werd heid 80
Damit kein falscher Eindruck entsteht – schwierige Zeiten eben. „Hier hott ke Haus mehr gestann“, unterstreicht Hornberger. Und: „Die Sparkass’ hott mich ernährt.“
48 Jahre dauerte die Zweckgemeinschaft. Bis zur Pensionierung. Nur seiner Frau Rosel hält „Hombes“ noch länger die Treue. Seit 57 Jahren sind die beiden verheiratet. „Das muss e Fraa ercht emmo aushalle kenne“, frotzelt er. Ich notiere und bemerke einen Mann neben uns am Tisch. Er zögert, wagt nicht, unser Gespräch zu unterbrechen, tut es aber unbewusst allein durch seine Gegenwart. „Jetzt nit“, blockt Hornberger zunächst ab. Der Mann bleibt hartnäckig. „Ein Geschenk,“ sagt er, drückt „Hombes“ ein Buch in die Hand und bittet um eine Widmung. „Hombes“ kritzelt etwas auf die Innenseite des Deckels. Als der Mann ihn dann in einer Mischung aus Neugier und Dankbarkeit anstrahlt, sagt er: „Du musch ganz langsam unn laut lese, dann kimsche aach dehinner.“
Der Altlöwe und Unruheständler
Unglaublich, wie Hornberger mit seiner Provinz-Popularität spielt. Eine Popularität, die er bis zu einem gewissen Grad auch durch seine Nebentätigkeit als Fotograf für unsere Zeitung erlangt hat. Seit Anfang der 60er-Jahre. Einer der ersten Termine führte ihn nach Bärenbach bei Kirn. Zu einem Fußballspiel. „Mojns um elf bin ich mit meinem Moppedche losgefahr“, schildert Hornberger. „Unn owwends um siwwe hatte die Zeitung es Bild. Zehn Mark honn ich kriet – unn für e Mark fuffzich honn ich Benzin vefahr.“ Bis Mitte der 90er-Jahre geht das so. „Samsdachs unn sunndachs bin ich für de Öffentliche dorum gezoo.“ Hombes-Deutsch. Daheim stapeln sich unterdessen die wertvollen Objektive. Geraten in Vergessenheit.
Jetzt greift der Unruheständler immer häufiger zur Feder. Zur spitzen Feder. Hintergründig glossiert er die Alltäglichkeiten des Lebens, verleiht ihnen augenzwinkernd einen teils absurden, teils treffenden Anstrich, rockt sozusagen die Mundart. Die Zeitungskolumne „Em Hombes in die Fiiß gelaaf“ wird zum Dauerbrenner. Acht Bücher veröffentlicht der junge Alte mit der poetischen Ader. Sich selbst charakterisiert er so: Das Schönste ist es, Mann und Kind zu sein. Von Gustav Mahler. Oder doch Theodor Fontane? Sei’s drum. „Irgendwie fühle ich mich kindlich“, sagt Hornberger. „Gar nicht wie 80.“














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