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20 Architektenbüros sind im Rennen um den Brückenschlag

Bad Kreuznach - 20 Bewerbungen für den Wiederaufbau des Teils der Alten Nahebrücke über die Nahe sind von der europaweiten Ausschreibung übrig geblieben. Die Planungsbüros arbeiten jetzt ihre Entwürfe für die neue Brücke aus. Zwei Monate haben sie dafür Zeit.

Diesen alten Stich von der Nahebrücke zeigte Oberbürgermeister Andreas Ludwig bei seiner Veranstaltung „OB direkt“ zum Stand der Erneuerung der heutigen maroden Spannbetonbrücke von 1954. Für viele ist die historische Brücke auch ein Vorbild für den Neubau – wenn der Hochwasserschutz nicht beeinträchtigt wird.

Drei Vorgaben hat die Stadt den Büros, die jetzt in den Architektenwettbewerb für den Neubau der Alten Nahebrücke einsteigen, vorgegeben: Eine mögliche Bogenbrücke darf mit ihren Pfeiler den Hochwasserschutz nicht beeinträchtigen, die neue Brücke soll einen städtebaulichen Akzent setzen, sie muss höhengleich ausgebaut sowie verkehrsberuhigt und natürlich auch bezahlbar sein. Die Kosten werden auf 1,5 bis 4 Millionen Euro geschätzt.
Im Oktober wird dann eine neunköpfige Jury aus Fachleuten und Vertretern des Stadtrats die drei besten Entwürfe auswählen. Im November soll die endgültige Entscheidung fallen, und im Dezember werden die Bürger wissen, wie die neue Brücke aussieht. Bis dahin bleibt es spannend – vor allem bei der Frage, ob künftig eine Einfeldbrücke den Fluss überspannen wird oder eine mit zwei Pfeilern und drei Bögen nach historischen Vorbild. Dann hätte man wieder die verbindende als Einheit wirkende insgesamt achtbogige Brücke wie vor dem Krieg.
Der Kreuznacher Stadtfotograf Kurt Johnen ist einer der Befürworter der letzten Variante. Er hofft, dass die Stadt die „historische Chance" nutzt, die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen, und das „Bild der Nahebrücke als Ganzes wieder herstellt". Die heutige Spannbetonrücke stelle eher eine „trennende Grenze" dar, vermittelt das Bild einer geteilten Stadt. Eine neue Bogenbrücke könne dieses Bild wieder zurecht rücken, die beiden Stadtteile miteinander verbinden. Die Architekten müssten in der Lage sein, die alten Bogenbrückenformen aufzunehmen und gleichzeitig – durch schmale Pfeiler etwa – den Hochwasserschutz nicht zu beeinträchtigen. Johnen ist überzeugt, dass so, mit einem entsprechenden Übergang am Kornmarkt, die Altstadt aufgewertet wird, die dortigen Gastronomen und Einzelhändler davon profitieren werden. Selbst wenn diese erst einmal die lange Bauzeit für Abriss und Neubau fürchten, die auf 12 bis 18 Monate geschätzt wird.(hg)

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