Notarzt: DRK soll im Kreis Verantwortung übernehmen
Kreis Altenkirchen - Die Situation bei der Notarztversorgung im Kreis Altenkirchen ist nicht mehr hinnehmbar. Das stellt die CDU im Kreis Altenkirchen noch einmal klar. Das derzeitige System funktioniere nicht. So schlagen die Christdemokraten vor, dass der DRK-Kreisverband, natürlich ausgestattet mit entsprechenden Finanzmitteln, die Notarztversorgung übernimmt und in Verantwortung einer Person organisiert. So einem Modell werden Chancen eingeräumt. Es sei schnell umsetzbar. Ärzte in der Region, Ärzte von außerhalb und auch Ärzte aus den Krankenhäusern (in ihrer Freizeit) könnten daran beteiligt werden. Genügend Ärzte gebe es dafür, ist sich die CDU sicher.
Seit Jahren wird das Thema Notarzteinsätze immer wieder einmal diskutiert. Aber geändert hat sich nichts. Immer wieder wurde geredet. So wurde abgemacht, dass von vier zuständigen Notarztstandorten für den Bereich Kreis Altenkirchen (Kirchen, Wissen, Altenkirchen, Hachenburg) drei stets besetzt sein sollten. Das hat nicht funktioniert. Seit Anfang Januar waren nach RZ-Informationen 42 Prozent der Dienste abgemeldet.
Die CDU im Kreis Altenkirchen fordert Konsequenzen. So wie es jetzt organisiert sei, funktioniere es nicht. Da müsse dann ein Krankenhaus auch eingestehen, dass der Notarztdienst nicht leistbar sei. Das Land, und hier das Innenministerium mit Minister Roger Lewentz, sei eindeutig in der Pflicht und müsse handeln, machen CDU-Kreisvorsitzender Dr. Josef Rosenbauer, Landtagsabgeordneter Dr. Peter Enders, CDU-Kreistagsfraktionssprecher Michael Wagener und der Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel deutlich. „Das Ping-Pong-Spiel wer verantwortlich ist etc. darf so nicht weiter gehen“, sagt Rosenbauer.
Er umriss auch noch einmal die Diskussionen der vergangenen Jahre. Immer wieder habe hier die CDU im Land auf den drohenden Ärztemangel und die problematische Situation der Notärzte hingewiesen. „Das wurde im Ministerium nicht so ernst genommen. Der Mangel wurde über Jahre hinweg ignoriert.“ Er macht auch deutlich: „Wenn die Krankenhäuser die Notarztversorgung nicht schaffen, denn müssen andere Lösungen herbei.“ Enders stellt noch einmal klar, dass nach dem Landesrettungsgesetz das Land zuständig ist.
Warum ausgerechnet die DRK-Krankenhäuser - hier vor allem Kirchen - tagsüber Dienste abmelden, da gibt es keine offenen Schuldzuweisungen. Auffallend sei es im Vergleich zu anderen Krankenhäusern aber schon. Und auch ein Chefarzt oder Oberarzt müsse einmal Notarztdienst machen, gibt es eine deutliche Kritik.
In einem sind sich die Christdemokraten einig: „Mehr Geld muss ins System hinein, um die Notarztversorgung rund um die Uhr zu sichern.“ Das müsse für einen Arzt, der den Dienst versieht, auskömmlich sein. Derzeit werden 25 Euro pro Stunde gezahlt.
Würde das Notarztsystem für die Region nur mit fest angestellten Notärzten rund um die Uhr abgedeckt, so sei das nicht finanzierbar. Pro Standort seien vier Ärzte notwendig. Rosenbauer spricht von Gesamtkosten von 160 000 Euro für einen Arzt, andere gehen von gut 100 000 Euro aus. Nicht bezahlbar sei das. Derzeit stehen für die vier Standorte 660 000 Euro im Jahr zur Verfügung. Umgerechnet sind das 25 Euro die Stunde, wenn drei von vier Standorten immer besetzt sind. Werden Dienste abgemeldet, so wird das auch beim Geld abgezogen.
An der Notarztversorgung im Beeich Wissen, so Wagener, dürfe nicht gerüttelt werden. „Wer Wissen platt macht, der löst keine Probleme. Er vergrößert sie noch.“ Dass der Kreistag fehlende Gelder für Notärzte zur Verfügung stellt, das ist für Wagener der falsche Ansatz. Da übernehme der Kreis dann schleichend Aufgaben, die nicht seine Sache seien. Verschließen werde man sich nicht, wenn später einmal gesagt werde, dass der ein oder andere Euro noch fehlt. Aber das sei ein anderer Ansatz. Im Kreistag am 29. August sollte nun öffentlich über die Thema geredet werden. Parteiübergreifend sollte das Problem gelöst werden.
Enders und Rosenbauer wollen im Landtag eine große Anfrage einbringen, um umfassend über das Thema Notarztversorgung im AK-Land informiert zu sein.
Jetzt warten die Christdemokraten auf eine Reaktion vom Innenminister und setzen darauf, dass die Region keine Ruhe mehr gibt bis das Problem Notarztversorgung gelöst ist. Andreas Neuser













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