Posse um Google: Landes-CDU startet Klickangriff auf SPD-Werbung
Schmitt und die Grünen haben sich auch nicht auf Julia Klöckner beschränkt, sondern gleich auch Kurt Beck einbezogen. ("Denke, auch Beck-Sucher sind auf der Suche nach Konzepten", so Schmitt im Blog der Grünen) Und Beck ist - den Vermutungen der CDU über Popularitätsschwierigkeiten bei der SPD zum Trotz – seit ein paar Wochen zumindest laut dem Analyse-Werkzeug Google-Trends bei Google wieder gesuchter als Julia Klöckner.
Gebucht haben die Grünen den AdWords-Platz bei der Suchanfrage zunächst zeitlich unbegrenzt. Blockiert ist er damit aber für die anderen Parteien noch nicht: Die SPD hat auch bereits eine neue Anzeige angekündigt, die auf die Unterstützerseite von Kurt Beck verlinkt. Auftauchen sollte sie nicht nur bei der Suche nach Klöckner und Beck, sondern auch bei der nach weiteren Begriffen wie Landtagswahl und Perspektive.
Doch damit war es zumindest am Freitagmorgen zunächst vorbei, nachdem die CDU zum Klickangriff übergegangen ist: "Damit die Genossen verstehen lernen", hat sie in ihrem Mitgliederbrief "Intern" zum massenhaften Klicken der SPD-Anzeige aufgerufen. Unter dem Motto "1 Euro für die Demokratie!" werden die Mitglieder animiert, die Google-Suche entsprechend zu nutzen, auf den von der SPD bezahlten Link zu klicken und diese Aktion zu wiederholen "so oft Sie können". Die Rechnung: "100 Wiederholungen kosten die Genossen mindestens 1 Euro." Weiter heißt es, dass diese Unterstützung nur ein paar Sekunden Zeit koste, aber die Landes-SPD bares Geld. Allerdings läuft die SPD offenbar nicht Gefahr, in den finanziellen Ruin zu stürzen: Die Anzeige ist nicht mehr zu sehen. Es ist dort wie bei den Grünen: Die hatten ein Tageslimit gesetzt, das bereits am Morgen nach einer entsprechenden Zahl Klicks erschöpft war: Die christdemokratischen Klick-Truppen haben also offenbar ohne gesonderten Aufruf auch die Grünen ins Visier genommen.
Morgen werden die Anzeigen wieder zu sehen sein - und die CDU wird den nächsten Klickangriff starten können. Die CDU hat also die Chance, bis Ende Oktober - so lange hat die SPD die Anzeige mit einem täglichen Limit von 6 Euro zunächst gebucht - jeden Tag aufs Neue die "Wankelmütigkeit" nach dem Auftauchen und Verschwinden der Anzeige zu kritisieren, wenn es den CDU-Klickern denn weiterhin täglich gelingt, die Anzeige abzuschießen. Die CDU könnte dann auch täglich ihre inzwischen dritte Pressemitteilung zum Thema verschicken. "Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – da ist überhaupt keine Strategie erkennbar. Das ist alles sehr konfus bei der SPD", meint Rosenbauer.









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