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Eifel-Ohr belauscht Schwarze Witwen im All

Effelsberg - In einem kleinen Eifel-Tal, etwa zehn Kilometer von der Ahr entfernt und genau an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gelegen, versteckt sich ein stählerner Koloss: Das 100 Meter durchmessende Radioteleskop Effelsberg, eines der größten seiner Art weltweit. Von hier lauschen Astronomen fast bis ans Ende des Weltalls und bis zum Beginn der Zeit zurück.

Das Radioteleskop wird bald 40 Jahre alt, gehört aber noch lange nicht zum alten Eisen. Es ist eines der begehrtesten astronomischen Beobachtungsinstrumente weltweit und eines der beiden größten seiner Art. Fotomontage: Magnus
Gemächlich dreht sich das Radioteleskop in eine neue Position. Durch die Glasfront des Kontrollraums kann man es mit einem Blick nicht erfassen, so groß und so nah ist die 100-Meter-Schüssel. Norbert Tacken, der diensthabende Operator, benötigt auch keinen Sichtkontakt zu seiner Riesenmaschine. Die Beobachtungskoordinaten sind längst programmiert, ein Computer fährt das Teleskop alle paar Minuten in eine neue Stellung. Mal dreht sich der Stahlkoloss um die eigene Achse - eine volle Umdrehung dauert zwölf Minuten - mal kippt die Schüssel rauf oder runter - eine Halbdrehung in sechs Minuten. Der gemächliche Tanz des Instruments folgt dabei äußerst exakten Anweisungen, denn fixiert werden heute die am weitest entfernten Himmelskörper: Quasare. Die Radiowellen, die das Teleskop von ihnen empfängt, sind seit vielen Milliarden Jahren unterwegs. Quasare sind die strahlungsstärksten Objekte im All. Die größten von ihnen strahlen so viel Energie ab wie 100.000 Milliarden Sonnen. Sie sind keine Sterne, sondern Schwarze Löcher im Zentrum von Sternansammlungen, Galaxien, die so gierig Materie anziehen und verschlingen, dass diese durch pure Reibung bei enormer Geschwindigkeit fast zur Hälfte in Strahlung vergeht.

So hören sich die Sphären­känge des Radio­teleskops an:
Langfassung hören
Diese kosmischen Ereignisse spielen sich in unvorstellbaren Größen und Entfernungen ab. Ihre Beobachtung dient aber gelegentlich ganz irdischen Zwecken: „Wir messen heute die Kontinentaldrift, also die Bewegung der Erdteile zueinander“, erklärt Astronom Uwe Bach. Er arbeitet für das Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, den Betreiber und Eigentümer des Radioteleskops Effelsberg. „Wir Astronomen sind daran interessiert, weit entfernte Galaxien in hoher Auflösung zu messen. Die Geodäten arbeiten genau anders herum. Sie nehmen die Fixpunkte am Himmel und bestimmen damit hoch präzise Entfernungen auf der Erde. Dafür arbeiten heute 16 Radioteleskope auf der Nordhalbkugel der Erde zusammen.“

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