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Kurz vor seinem 80.: Wieso Motor-Journalist Hahne Texte hinter Paywall packt

Virneburg - Blogger führt erfolgreich Bezahlschranke ein: Die Nachricht um Andrew Sullivan hat für Furore gesorgt. Ein paar Wochen vorher hatte unweit des Nürburgrings der 79-jährige Motor-Journalist Wilhelm Hahne gleiches angekündigt. Ein Interview mit ihm über Kostenlosmentalität, Qualitätsjournalismus, Blogger als "Tagebuchschreiber" und seine Enttäuschung über die ersten Reaktionen.

Wilhelm Hahne bei der Vorstellung seines Buchs zum Nürburgringskandal. Texte zu dem Thema soll es auch künftig frei lesbar geben. Wer aber auf seiner Seite Analysen zu Automobilthemen lesen will, muss ein Abo für 80 Euro buchen.
dpa
Wilhelm Hahne hat seinen eigenen Kopf und seine festen Überzeugungen - schon immer. Es war 1958, als er auf einer Messe in Düsseldorf eine Dachfläche aus Kunststoff-Planenmaterial präsentierte. Gegen die Überzeugung seines Chefs, der keine Alternative zu Naturfasern sah. Der Ausgang ist bekannt. 50 Jahre später, Hahne ist nach Stationen als Autoverkäufer und Autohändler längst umgestiegen in den Journalismus, war er dann Vorreiter am Nürburgring: Er zeichnete in seinen Artikeln das vor, was sich dann auch dort abspielte.

2013 könnte er wieder so etwas wie ein Pionier sein. In dem Jahr, in dem viele Zeitungen im Netz unbeschränkten Zugang nur noch Abonnenten gewähren wollen, sind viele Texte seiner Seite motor-kritik.de nur noch kostenpflichtig zu lesen. Seine eigene Wertschätzung für seine Arbeit sollen auch die Leser zeigen - mit 80 Euro für zwölf Monate.

Andrew Sullivan ist Journalist und Blogger, betreibt eine eigene Seite - und macht gerade Furore damit, dass man bei ihm nicht mehr alles frei lesen kann und er umgehend eine ansehnliche Summe eingesammelt hat.Wann haben Sie zum ersten Mal von ihm gehört?
Am Ende meines 79. Lebensjahres von Ihnen.

Hätte Sie sein Fall in ihren Überlegungen bestärkt, ihre Texte kostenpflichtig zu machen?
Nachdem ich mir schnell ein paar Details aus seinem Leben angelesen habe, glaube ich nicht, dass ich in irgendeiner Form von seiner Art bestimmt sein könnte. Ich bin klar für oder gegen etwas. Und treffe meine Entscheidung aufgrund der vorliegenden Argumente und meiner Lebenserfahrung. Und da habe ich nun mal ein paar Jahre Vorsprung.

Wieso musste in Deutschland ein 79-Jähriger kommen, um ein Bezahlmodell für seine Internetseiten einzuführen?
Ich finde es interessant, dass Sie die Einführung eines Abo-Systems für meine Internetseiten meinem Alter anlasten bzw. mich als einen Pionier darstellen, während ich nur davon überzeugt bin, dass man in allen Berufen zu unterschiedlichen Zeiten immer irgendwelche Entscheidungen treffen muss. Möglichst die richtigen. Auf mich und meine Internetseiten bezogen: Ich bin davon überzeugt, in einer Phase, in der die „Financial Times Deutschland“ eingestellt wird, die „Frankfurter Rundschau“ den Weg in die Insolvenz wählt, für „Motor-Kritik“ die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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Leserkommentare (2)

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von googlehupf vom 14.01 - 13:03 Uhr
[QUOTE=eifler;87905]... Auch die RZ könnte ruhig etwas weniger Pressestelle von Nürburgring und Landesregierung sein und mehr selbst ...

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